Harald Martenstein hat alles gesagt. Auf dem vom Hamburger Thalia-Theater organisierten stalinistischen Schauprozess gegen die AfD legte der Weltwoche-Kolumnist ruhig, logisch und präzise dar, warum ein Verbot der Partei nicht nur undemokratisch wäre, sondern die Demokratie selbst zerstören würde.
Fraglich, ob seine Worte etwas bringen, denn jeden Tag überbieten sich Medien und Politik in immer abstruseren und groteskeren Unterstellungen, Insinuationen und Vorwürfen gegen die Partei.
Gerade erst war TV-Talkerin Caren Miosga vor AfD-Chef Tino Chrupalla zurückgeprallt, weil er – wie sie naserümpfend bemängelte – eine Deutschlandfahne am Revers trug. Wie kann man seine üble Gesinnung nur so frech hinausposaunen?
Nun hat man ein neues Beweisstück ans Licht gezerrt, dass die AfD in der Tradition der Nazis sei: Die Partei veranstaltet ihren Bundesparteitag Anfang Juli in Thüringens Hauptstadt Erfurt.
Eine ungeheure Provokation, wettern SPD und CDU. Kein Zufall, sondern bewusst gewählt, um ein Signal an die rechtsextreme Szene zu senden.
Wie? Sie sehen keinen Zusammenhang? Liegt doch auf der Hand. Fast auf den Tag genau, im Juli 1926, hat die NSDAP einen Parteitag abgehalten. Aha. In Erfurt? Nein, aber in Weimar. Nicht weit weg. Und auch in Thüringen.
Das erinnert an den Witz vom Sexsüchtigen, der Hilfe beim Therapeuten sucht. Der zeigt ihm geometrische Symbole – einen Kreis, ein Quadrat, ein Dreieck – und fragt den Patienten, woran er dabei denke. «Sex», kräht der Patient jedes Mal. «Sie haben wirklich ein Problem», seufzt der Arzt. «Wer? Ich? Wer zeigt denn hier die schmutzigen Bilder?»
Merke: Der Faschismus steckt nicht in den Köpfen der AfD, sondern in den Köpfen jener, die ihn überall sehen wollen.