Ein Mann ist in Belfast nach einem mutmasslichen Messerangriff wegen versuchten Mordes festgenommen worden. Die nordirische Polizei bestätigte, dass ein Mann in seinen Vierzigern am Montagabend schwer verletzt wurde und sich mit erheblichen Verletzungen an Gesicht, Hals und Rücken in einem Krankenhaus befindet.
Peter Morrison/AP/Keystone
Die Tat ereignete sich kurz nach 22.30 Uhr im Norden der nordirischen Hauptstadt.
Für besonderes Aufsehen sorgt ein Video des Vorfalls, das sich in sozialen Netzwerken verbreitet hat. Die Aufnahmen zeigen einen bewaffneten Angreifer, der auf einen bereits am Boden liegenden Mann einsticht. Mehrere Passanten greifen schliesslich ein, überwältigen den Täter und halten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.
In dem Video ist eine Stimme zu hören, die ruft: «He’s trying to cut his head off», zu Deutsch: «Er versucht, ihm den Kopf abzuschneiden.»
Britische Medien, darunter die Daily Mail, sprachen daraufhin von einem mutmasslichen Enthauptungsversuch. Die Polizei selbst bestätigte diesen Sachverhalt bislang nicht und spricht von einem schweren Messerangriff. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf den Vorwurf des versuchten Mordes.
Der festgenommene Tatverdächtige befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam.
In einer ersten Mitteilung hatte die Polizei erklärt, der Mann stamme vermutlich aus Somalia. Wenige Stunden später korrigierten die Ermittler diese Angaben. Nach bisherigen Erkenntnissen handle es sich um einen Mann aus dem Sudan.
Der stellvertretende Polizeichef Ryan Henderson bezeichnete die Tat als «brutalen Angriff», der in der Bevölkerung grosse Bestürzung ausgelöst habe. Zugleich würdigte er die Passanten, die eingegriffen hatten. Ihr Handeln zeige «unglaublichen Mut und Gemeinschaftssinn».
Auch politische Reaktionen folgten rasch. Der britische Premierminister Keir Starmer sprach laut BBC von einem «erschütternden» Vorfall. Für derartige Gewalttaten auf den Strassen des Landes gebe es «absolut keine Toleranz».
Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill bezeichnete den Angriff als «grausam».
Gavin Robinson, Chef der nordirischen Democratic Unionist Party, sprach von Bildern, die man nicht mehr vergessen könne. Die Szenen wirkten «mittelalterlich» und zeigten die «systematische Verstümmelung eines Menschen» im öffentlichen Raum.