Die EU-Kommission will der Industrie zwischen 2026 und 2030 deutlich mehr kostenlose CO₂-Emissionsrechte zuteilen als bisher geplant. Das teilte die Behörde in Brüssel mit. Unternehmen sollen damit weiterhin im Durchschnitt rund drei Viertel der Zertifikate im europäischen Emissionshandel gratis erhalten. Der Vorschlag gilt als Reaktion auf Forderungen der Industrie nach Entlastungen.
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Der Emissionshandel verpflichtet Unternehmen dazu, für ihren CO₂-Ausstoss Zertifikate zu erwerben. Diese werden schrittweise verknappt. Besonders die Chemieindustrie hatte zuletzt gegen strengere Vorgaben protestiert und vor Wettbewerbsnachteilen gewarnt.
Die Kommission schlägt nun vor, kostenlose Zertifikate teilweise auch für indirekte Emissionen aus dem Stromverbrauch zu vergeben. Bislang galt dies nur für direkte Emissionen. Betroffen sind laut EU-Kommission 14 von 52 Produktstandards, darunter Wasserstoff und Ammoniak. Die Industrie werde dadurch zwischen 2026 und 2030 um rund vier Milliarden Euro entlastet.
Der Verband der Chemischen Industrie begrüsste zwar Nachbesserungen, bezeichnete den Vorschlag jedoch als unzureichend. Es fehlten weiterhin wettbewerbsfähige Strompreise sowie eine ausreichende Infrastruktur für Wasserstoff und CO₂. Die Grünen-Europaabgeordnete Lena Schilling kritisierte die Pläne dagegen als «klimapolitischen Wahnsinn».