SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisiert die Debatte über eine zunehmende Auswanderung gut verdienender Unternehmer und Fachkräfte. Anlass war ein Beitrag des Geschäftsführers der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), Thorsten Alsleben, der auf der Plattform X von fünf befreundeten Unternehmerfamilien berichtete, die Deutschland verlassen wollten.
SOEREN STACHE / KEYSTONE
Lauterbach warf Kritikern vor, Deutschland schlechtzureden. «Es ist dieses permanente Schlechtreden, was uns am stärksten schadet», schrieb der ehemalige Bundesgesundheitsminister auf X. Die Berichte über junge Talente, die wegen hoher Rentenbeiträge auswandern wollten, seien übertrieben. «Auf diese Leute können wir verzichten, falls es sie überhaupt gibt.»
Auf Lauterbachs Beitrag folgte Widerspruch. Unternehmer Christian Miele erklärte, nicht die Debatte über Auswanderung schade Deutschland, sondern «visions- und ambitionslose Politik». Es sei arrogant, Menschen, die aus Frust ihre Heimat verliessen, zu sagen, man könne auf sie verzichten.