Bundesrat Beat Jans und die Gegner der 10-Millionen-Initiative warnen vor schweren Folgen für das Schweizer Gesundheitswesen bei einem Ja zur SVP-Vorlage. Jans erklärt regelmässig, die Initiative könne «Ihre Gesundheit gefährden». Besonders im Fokus steht die Befürchtung, dass Spitäler und Pflegeheime künftig weniger ausländisches Personal rekrutieren könnten.
Christian Beutler/Keystone
Die Initiative verlangt, dass die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 unter 10 Millionen Menschen bleibt. Derzeit leben rund 9,1 Millionen Personen im Land. Daraus ergibt sich laut Berechnungen ein künftig möglicher Wanderungssaldo von durchschnittlich rund 35’000 bis 37’000 Personen pro Jahr.
Wie die NZZ berichtet, zeigen Zahlen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan), dass vergleichsweise wenige Zuwanderer direkt als Ärzte oder Pflegekräfte in die Schweiz kommen. 2024 wanderten laut Obsan 1087 Pflegekräfte sowie 1785 Ärzte neu ein. Das Staatssekretariat für Migration registrierte im gleichen Jahr insgesamt 94’578 neu eingewanderte Erwerbstätige. Damit lag der Anteil des Pflegepersonals an der Erwerbszuwanderung bei rund 1,1 Prozent, jener der Ärzte bei rund 1,8 Prozent.
Das Staatssekretariat für Migration hält dagegen, die Obsan-Daten erfassten nicht den gesamten Gesundheitsbereich. Laut SEM wanderten 2025 knapp 6000 Personen in die Branche «Medizin und Gesundheitswesen» ein. Diese Kategorie umfasst neben Ärzten und Pflegepersonal auch weitere Berufe.
Laut Obsan verfügen durchschnittlich 21,8 Prozent der Angestellten in Schweizer Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen über einen ausländischen Abschluss. Besonders hoch ist der Anteil in Grenzkantonen wie Genf, Basel-Stadt oder Tessin. Dort arbeiten viele Grenzgänger, die von der Initiative nicht betroffen wären.
Die grösste Gruppe der Erwerbszuwanderer entfällt laut SEM weiterhin auf die Bereiche «Planung, Beratung, Informatik» mit mehr als 23’000 Neueintritten pro Jahr. Dahinter folgen das Gastgewerbe sowie das Unterrichtswesen.