Die Moderatorin der Sendung «ZDF heute» beklagte es in einem Interview: Der Terrorakt beim CSD in Berlin werde von Rechten politisch instrumentalisiert, an die Opfer denke dabei niemand.
Was sie nicht sagte: dass die Opfer vor allem bei den Direktbetroffenen, in der Gemeinschaft der Linken, Queeren und Woken, keinen interessieren.
Den besten Beleg dafür lieferte eine Sängerin auf einer Bühne beim CSD, die nach Bekanntwerden der Gewalttat das Mikrofon ergriff. Was sie am meisten belastete: dass es sich beim Täter nicht um eine «weisse, christliche Person» gehandelt habe. Stattdessen sei es leider «ein Kanake» gewesen – ein abwertender Begriff für Menschen aus Südosteuropa oder dem Nahen und Mittleren Osten.
Filip Singer/DPA/Keystone
Dass eine Frau starb und viele andere Menschen schwer verletzt wurden, ist der Dame egal. Wäre doch nur ein weisser Christ hinterm Steuer gesessen.
Alfonso Pantisano, der Berliner Queer-Beauftragte, fiel ebenfalls durch eine kreative Interpretation der Tat auf. Ob nun ein Rechter oder ein Islamist eine solche Veranstaltung angreife, sei einerlei, beide seien «konservativ» und damit Queer-Feinde. Gestern waren Rechtsextreme die Gefahr, heute wäre es schon Franz Josef Strauss.
Zur unappetitlichen Relativierung islamistischer Gewalt gesellen sich Verschwörungstheorien. Wird nicht bald im Osten Deutschlands gewählt? Da kann doch ein Terrorakt eines Migranten kein Zufall sein, das war bestimmt orchestriert von den Rechten. Oder von Russland, das Deutschland damit «destabilisieren» wolle. Oder von beiden zusammen?
Die einfachste Antwort will niemand über die Lippen bringen. Islamistische Gruppen sagen schon lange, dass sie den Westen für seine «Zügellosigkeit» bestrafen wollen. Autos und Messer werden seit Jahren als ideale Waffen dafür propagiert. Die Suche nach anderen Erklärungen ist so peinlich wie durchschaubar.