Bücher der Woche
Zwischen Anpassung und Widersetzlichkeit
Tobias Lehmkuhl: Der doppelte Erich. Kästner im Dritten Reich. Rowohlt Berlin. 304 S., Fr. 36.90
«Die Zeit ist kaputt!» Diesen Satz legte der Drehbuchautor Erich Kästner im «Münchhausen»-Film dem auf seiner Kanonenkugel bis zum Mond reitenden Baron, gespielt von Hans Albers, in den Mund. Der alarmierende Ausruf musste am 3. März 1943, bei der Uraufführung des ambitionierten Farbfilmprojekts im Berliner UFA-Palast, für Hellhörige überraschend gegenwartsnah geklungen haben: Kurz zuvor war die Schlacht um Stalingrad verloren worden. Es gab noch andere subversive Passagen in Kästners Drehbuch. In ungewöhnlich klaren Worten grenzt sich der fantastische Hasardeur Münchhausen von seinem Gegenspieler, dem machthungrigen Menschenmanipulator Cagliostro, ab: «In e ...

