Der britische Premierminister Keir Starmer tritt als Regierungschef und Labour-Partei-Chef zurück. Dies erklärte Starmer am Montag vor dem Amtssitz in der Downing Street. Er begründete den Schritt damit, dass die Labour-Fraktion ihm nicht mehr das Vertrauen entgegenbringe, die Partei in die nächste Parlamentswahl zu führen. Er akzeptiere diese Einschätzung «mit Anstand», sagte Starmer.
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Der 63-Jährige will im Amt bleiben, bis ein Nachfolger bestimmt ist. Die Kandidaturen für den Parteivorsitz sollen am 9. Juli eröffnet und noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden. Falls es zu einer Kampfabstimmung kommt, soll ein neuer Parteichef spätestens bis zur Rückkehr des Parlaments im September feststehen.
Als Favorit auf die Nachfolge gilt Andy Burnham, bisher Bürgermeister von Greater Manchester. Nach seinem Sieg bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield zieht er nun ins Unterhaus ein. Nach Angaben britischer Medien soll ein grosser Teil der Labour-Fraktion hinter Burnham stehen. Neben ihm wird auch Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting als möglicher Kandidat gehandelt.
Starmer wirkte bei seiner Abschiedsrede emotional. Mit brüchiger Stimme dankte er seiner Ehefrau Victoria und seinen Kindern. Wenn er das «grösste Amt des Landes» verlasse, wolle er sich stärker auf seine Familie konzentrieren und der «beste Ehemann» und «beste Vater» sein. Anschliessend umarmte er seine Frau vor laufenden Kameras.
Der Rücktritt markiert ein bemerkenswertes Ende einer politischen Karriere, die erst vor zwei Jahren in einem Erdrutschsieg gipfelte. Labour hatte 2024 nach vierzehn Jahren Opposition die Macht zurückerobert und 411 Sitze gewonnen. Zuletzt brachen jedoch die Umfragewerte ein, während parteiinterne Kritik und mehrere Rücktritte in der Regierung den Druck auf Starmer erhöhten. Grossbritannien dürfte damit innerhalb von zehn Jahren bereits den siebten Premierminister erhalten.