Die Aufhebung des AKW-Neubauverbots in der Schweiz könnte nach einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Tausende Arbeitsplätze in der Bau- und Erneuerbaren-Branche gefährden. Die Autoren kommen zum Schluss, dass bereits die Abschaffung des Neubauverbots ohne konkrete Bauprojekte in den kommenden fünf Jahren zwischen 5800 und 9500 Stellen betreffen könnte.
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Laut der Studie könnten in den nächsten zehn Jahren bis zu 10.600 Arbeitsplätze verloren gehen. Falls ein neues Kernkraftwerk geplant oder gebaut würde, beziffern die Autoren das Risiko auf insgesamt 10.000 bis 16.000 Arbeitsplätze. Zwar entstünden durch den Bau eines Atomkraftwerks neue Stellen, ein grosser Teil des benötigten Fachwissens und der Technologie müsste jedoch aus dem Ausland bezogen werden. Die dadurch geschaffenen Arbeitsplätze könnten die Verluste nach Einschätzung der Studienautoren langfristig nicht ausgleichen.
Die Studie bewertet eine Energiepolitik mit Fokus auf erneuerbare Energien und Gebäudesanierungen auch aus beschäftigungspolitischer Sicht als vorteilhaft. Das bestehende AKW-Neubauverbot schütze Investitionen in erneuerbare Energien und dezentrale Arbeitsplätze in der Schweiz.
Das Kernenergiegesetz verbietet seit 2018 den Bau neuer Atomkraftwerke. Der Bundesrat lehnt zwar die Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» ab, schlägt jedoch als indirekten Gegenvorschlag vor, das Neubauverbot aufzuheben und den Bau neuer Kernkraftwerke wieder zuzulassen.