Die Bundeswehr muss die Einführung ihrer ersten unbemannten Kampfdrohnen verschieben. Der ursprünglich geplante Aufbau einer ersten Einsatzfähigkeit bis 2029 sei mit dem vorgesehenen Beschaffungsverfahren «nicht realisierbar», heisst es laut internen Unterlagen des Verteidigungsministeriums, über die Welt und Politico berichten.
Das Projekt gilt als Schlüsselvorhaben der künftigen Luftkriegsführung. Geplant sind wiederverwendbare unbemannte Kampfflugzeuge, die tief in gegnerischen Luftraum eindringen und Bodenziele angreifen können. Die Nato erwartet von Deutschland spätestens bis 2035 entsprechende Fähigkeiten. Die Bundesregierung wollte ursprünglich bereits 2029 mit mindestens zwölf Fluggeräten eine erste Einsatzfähigkeit erreichen.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte zunächst auf eine schnelle Beschaffung der australischen Kampfdrohne MQ-28 «Ghost Bat» von Boeing gesetzt. Rheinmetall wollte das System gemeinsam mit Boeing an deutsche Anforderungen anpassen und teilweise in Deutschland fertigen. Parallel dazu sollte ein Wettbewerb mit europäischen und amerikanischen Anbietern die langfristige Lösung bestimmen.
Nach einer Markterkundung kam das Ministerium jedoch zum Schluss, dass derzeit kein verfügbares System die deutschen Anforderungen ohne weitere technische Entwicklung erfüllt. Auch die Anpassung der MQ-28 bis 2029 wird inzwischen intern infrage gestellt. Hinzu kommen Kosten von mehr als 800 Millionen Euro für zwölf Fluggeräte. Deshalb soll nun zunächst ein Technologiewettbewerb zwischen mehreren Anbietern stattfinden. Erst danach soll über eine Beschaffung entschieden werden.
Der Wettbewerb könnte frühestens 2027 beginnen. Damit rückt die erste Beschaffung um mehrere Jahre nach hinten. Bis Kampfdrohnen verfügbar sind, will die Bundeswehr die Fähigkeitslücke teilweise mit Marschflugkörpern überbrücken. Nach Einschätzung des Ministeriums können diese unbemannte Kampfflugzeuge jedoch nicht vollständig ersetzen.