Der iranische Rial ist auf dem freien Devisenmarkt auf ein neues Rekordtief gefallen. Für einen US-Dollar mussten am Sonntag zeitweise 1,95 Millionen Rial bezahlt werden. Nach Angaben der Financial Times verlor die Währung seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran Anfang Juli rund zehn Prozent an Wert.
Abedin Taherjenareh/EPA/Keystone
Auslöser ist die erneute Eskalation zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Donald Trump verhängte vergangene Woche erneut eine Blockade iranischer Häfen und hob eine Ausnahmeregelung für iranische Ölexporte auf. Gleichzeitig meldet der Iran neue US-Angriffe auf Brücken, Eisenbahnstrecken und einen Flughafen im Süden des Landes. Im Zentrum des Konflikts steht die Strasse von Hormus, über die vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt wurde.
Die iranische Wirtschaft befand sich bereits vor der jüngsten Eskalation in einer tiefen Krise. Internationale Sanktionen, Misswirtschaft und eine Inflation von zuletzt fast 90 Prozent haben die Kaufkraft massiv geschwächt. Nach Regierungsangaben belaufen sich die Kriegsschäden inzwischen auf rund 270 Milliarden Dollar. Millionen Arbeitsplätze sollen direkt oder indirekt verlorengegangen sein.
Trotz der wirtschaftlichen Belastung versucht die Regierung, Versorgung und Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Beschädigte Verkehrswege werden provisorisch instand gesetzt, Lieferketten zunehmend über Landrouten abgewickelt. Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass diese Alternativen die strategisch wichtige Strasse von Hormus langfristig weder wirtschaftlich noch logistisch ersetzen können.