Die RTL-Investigativjournalistin und Autorin Liv von Boetticher hat für ihr Buch «Wir verlieren dieses Land» nach eigenen Angaben mit mehr als hundert Polizeibeamten über Migration, Kriminalität und den Polizeialltag gesprochen. Der Bild erklärte sie, viele ihrer Gesprächspartner hätten nur anonym sprechen wollen, weil ihre Pressestellen öffentliche Äusserungen zu diesem Thema nicht genehmigten.
Screenshot welt.de
Die Idee zu dem Buch sei während einer Drehreise mit der Bundespolizei entstanden. «Die wirklich interessanten Geschichten haben die Beamtinnen und Beamten immer dann erzählt, wenn der Pressesprecher ausser Hörweite war, wir unter uns waren und die Kamera nicht lief», sagte von Boetticher.
In ihrem Buch verweist die Autorin auf Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik. Demnach seien seit 2021 rund acht Millionen Menschen nach Deutschland zugezogen. Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung liege inzwischen bei 17 Prozent, zugleich stellten Nichtdeutsche laut PKS 2025 rund 43 Prozent aller Tatverdächtigen. Mit Blick auf Delikte im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei schreibt von Boetticher zudem, nichtdeutsche Tatverdächtige seien bei Gewaltdelikten, Messerangriffen und Sexualstraftaten überproportional vertreten.
Mehrere Beamte kritisierten laut dem Buch ausserdem interne Sprachregelungen und politische Vorgaben. Ein Polizist erklärte, bestimmte Tätergruppen dürften in Berichten nicht konkret benannt werden. Ein anderer berichtete, bei Kontrollen im Drogenmilieu regelmässig mit Rassismusvorwürfen konfrontiert zu werden.
Nach Angaben der Bild ist das Buch inzwischen auf Platz 11 der Spiegel-Bestsellerliste eingestiegen. Von Boetticher weist den Vorwurf zurück, rechtsextreme Positionen zu vertreten. Deutschland sei weiterhin eines der sichersten Länder der Welt, schreibt sie. Gleichzeitig dürften Probleme im Zusammenhang mit Migration nicht beschönigt werden, weil sonst das Vertrauen in Politik und Medien weiter schwinde.