Finnlands Präsident Alexander Stubb spricht sich für direkte Gespräche Europas mit Russland aus, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung erklärt er: «Ja, ich glaube, wir sollten mit Putin reden.» Europa solle dabei eng mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, zugleich aber prüfen, ob die amerikanische Politik gegenüber Russland und der Ukraine den europäischen Interessen entspreche.
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Stubb betont, Verhandlungen seien nur dann erfolgversprechend, wenn Russland nicht aus einer Position der Stärke heraus agiere. Er plädiert dafür, dass zunächst die Institutionen der Europäischen Union die Initiative ergreifen. Falls dies nicht gelinge, sollten Frankreich, Deutschland und Grossbritannien die Gespräche vorantreiben.
Der finnische Präsident widerspricht Einschätzungen, wonach Russland nach einem Ende des Ukraine-Krieges Nato-Staaten militärisch testen könnte. Angesichts der bisherigen Kriegsentwicklung halte er ein solches Szenario für wenig wahrscheinlich. Zugleich bezeichnet er Russland weiterhin als die grösste sicherheitspolitische Bedrohung für Europa.
Zur Lage an der Front erklärt Stubb, die Ukraine befinde sich heute in einer besseren Position als zu irgendeinem früheren Zeitpunkt seit Kriegsbeginn. Er verweist auf hohe russische Verluste, Fortschritte bei der ukrainischen Drohnenproduktion und die Fähigkeit Kiews, Ziele tief im russischen Hinterland anzugreifen.