Der baden-württembergische Projektentwickler Sowitec hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz in Sonnenbühl reichte den Antrag beim Amtsgericht Tübingen ein. Geschäftsführer Frank Hummel begründete den Schritt bei der Bild-Zeitung mit ausbleibenden Zahlungen von Kunden aus Mexiko und Kolumbien in Millionenhöhe.
Sowitec entwickelt Wind- und Solarparks, sichert Standorte, übernimmt die Planung und Genehmigung der Anlagen und verkauft die Projekte anschliessend an Investoren. Nach Unternehmensangaben beschäftigt die Gruppe mehr als 140 Mitarbeiter in vierzehn Ländern.
Thomas Warnack/DPA/Keystone
Nach Angaben Hummels hätten die ausstehenden Zahlungen zwar inzwischen in Aussicht gestellt werden können, für eine Abwendung der Insolvenz sei dies jedoch zu spät gekommen. Zusätzlich stehe das Unternehmen im deutschen Windenergiemarkt unter Druck. Insbesondere im Süden Deutschlands erhielten wegen schwieriger Windverhältnisse und eines Überangebots an Projekten nur noch wenige Vorhaben einen Zuschlag bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur.
Der Geschäftsbetrieb soll zunächst für drei bis sechs Monate fortgeführt werden. Die Löhne der rund 80 betroffenen Mitarbeiter seien über das Insolvenzausfallgeld gesichert. Über die weitere Zukunft des Unternehmens entscheidet nun der Insolvenzverwalter. Zuletzt hatte auch der Solar- und Windparkentwickler Juwi einen Stellenabbau angekündigt.