Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich trotz allem. Am Dienstag, dem 6. Oktober 2026. Vielen herzlichen Dank für die zahlreichen Zuschriften, die ich vor allem aus Deutschland erhalte, zu meinem kurzen Austausch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin anlässlich der Valdai-Konferenz in Moskau. Auch interessant, wir haben uns da unterhalten über Egon Bahr, den... deutschen sozialdemokratischen Politiker der 70er und 80er Jahre, einer der Architekten der deutsch-russischen Aussöhnung und eben einer jener Giganten der Nachkriegszeit, der deutschen Nachkriegspolitik, die der Überzeugung waren, dass man Frieden in Europa nur mit, nicht gegen Russland erreichen könne. Und das ist ja der Wahnsinn der heutigen Position innerhalb der Europäischen Union, aber eben auch innerhalb Deutschlands. Wir haben gestern länger darüber gesprochen, über diesen Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew. Und allmählich stellen sich vermutlich viele Deutsche die Frage, steht eigentlich das deutsche Kanzleramt mittlerweile in der Ukraine? Ist die Ukraine gewissermassen die wichtigste Priorität des deutschen Regierungschefs, der ausgerechnet... vor einer wichtigen Haushaltsdebatte einen symbolträchtigen Auftritt lanciert in der ukrainischen Hauptstadt. Und in dieser Ansprache, die er da gehalten hat, der Ukraine einmal mehr der absoluten Unterstützung der Bundesrepublik durch seine Regierung versichert. Da wird wieder eine Milliarde rübergeliefert und Waffensysteme, also die Deutschen bezeichnen sich mittlerweile, das hat man jetzt gesagt, als grössten Unterstützer der Ukraine. Und was heisst das? Man unterstützt die Ukraine darin, den Krieg tief in russisches Gelände zu eskalieren. Das war noch bis vor nicht allzu langer Zeit tabuisiert. Sie erinnern sich vielleicht noch an den Vorgänger von Friedrich Merz, an den Olaf Scholz. Da hatten auch viele Deutsche das Gefühl, Eigentlich schlechter können es nicht mehr werden, aber sie sind da eines Besseren bzw. eines Schlechteren belehrt worden. Aber Olaf Scholz, bei allem was man ihm vorwerfen mag, er hat hier noch eine bremsende Wirkung an den Tag gelegt. Er hat gesagt, nein, wir wollen uns nicht beteiligen an der Eskalation dieses Kriegs. Wir wollen nicht, dass die Ukrainer den Krieg weit ins russische Terrain hineintragen können. Da sind wir dagegen und wir sind auch dagegen, dass Marschflugkörper... der Marke Taurus der Ukraine geliefert werden. Wobei der Taurus ist ja längst überflügelt worden durch diese Drohnensysteme, die jetzt auch und gerade von Deutschland, der Ukraine, zur Verfügung gestellt werden. Und vor diesem Hintergrund stellt sich einfach die bange Frage, ist diesen Politiken, ist diesem Friedrich Merz, diesem Kriegskanzler Merz, tatsächlich nicht bewusst? Was für unglaubliche Gefahren er da heraufbeschwört. Ich habe heute Morgen in den Zeitungen gelesen, dass sie Ihnen das kurz zeigen, Jäger, der Präsident des Bundesnachrichtendienstes BND, Martin Jäger, sieht die Gefahr einer gewaltsamen Konfrontation Deutschlands mit Russland. Zitat, die Konfrontation, in der wir mit Russland stehen, hat eine neue, gefährlichere Qualität. Deutschland ist in Gefahr in... einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten. Zitat Ende, sagte Jäger am Montag in einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags. Zitat, der Anschlagsversuch von Leipzig ist nur ein Beispiel dafür. Von keinem anderen Land geht aktuell eine so direkte, umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland aus. Zitat Ende. Aber warum geht diese Gefahr aus? Warum wird Deutschland... zunehmend ins russische Visier gerückt, ja eben vor allem deshalb, weil sich Deutschland immer massiver engagiert für die Kriegsausweitung, letztlich von der Ukraine auch benutzt wird, hier diesen sinnlosen und militärisch nicht zu gewinnenden Krieg voranzutreiben. Und damit bringt sich Deutschland in Gefahr und das ist eben genau umgekehrt. Es ist eben genau nicht so, wie der Bundeskanzler in Kiew gesagt hat, würden wir die Ukraine nicht mehr unterstützen, gäbe es mehr Angriffe auf Deutschland. Genau das Umgekehrte ist wahr, weil Deutschland sich so massiv hier einsetzt. Zum wachsenden Ärger, im Grunde auch zu einer Konsternation, aber auch zum wachsenden Ärger und zur Verbitterung Russlands. Gerade dadurch bringt sich Deutschland in die Schusslinie, beziehungsweise bringt die Regierung Deutschland in die Schusslinie. Und dass solche Zusammenhänge in den Medien gar nicht diskutiert werden, aufgezeigt werden, vermutlich haben die Journalisten Angst, weil es dann heisst, ja das ist Quemmel-Propaganda, ihr seid da Handlanger. Seelenlose, willige Vollstrecker des Bösen in Moskau. Also man ist dermassen tief in der eigenen Propaganda drin, beziehungsweise es ist verboten, die eigene Propaganda, hier die Regierungspropaganda, überhaupt nur infrage zu stellen, dass gar keine Diskussion mehr stattfindet. Und ich frage mich in diesem Zusammenhang auch, was da einige der prominentesten deutschen Meinungsmacher eigentlich antreibt. Die Ukraine ist ein Staat, um das einfach nochmal in Erinnerung zu rufen, der sich massiv am Holocaust beteiligt hat während des letzten Weltkriegs. Es gibt ja Schätzungen, dass auf dem Territorium der Ukraine rund eine Million europäische Juden umgebracht worden sind. Natürlich von der SS und den Deutschen, aber... in Zusammenarbeit mit den Ukrainern. Und die Ukraine ist auch eines der ganz wenigen grösseren Länder in Europa, die dieses Kapitel eigentlich gar nie kritisch aufgearbeitet haben. Ganz im Gegenteil, sie errichten noch Denkmäler für die Massenmörder von damals, für Stepan Bandera. Und warum sich ausgerechnet die Deutschen dermassen einspannen lassen. Von so einem Land und von so einer Regierung zeigt doch, dass da wirklich nicht wenige Politiker und nicht wenige Journalisten offensichtlich nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Denn bei aller gerechtfertigten Empörung... Und es ist unverzeihlich, wenn ein grösseres Land einfach ein kleineres angreift. Und wenn die Russen so tun, als hätten sie da ein heiliges Interventionsrecht bezüglich der Ukraine. Das ist nicht in Ordnung, wenn da einfach Grenzen gewaltsam verschoben werden. Und dass wenn man diese internationale Ordnung angreift, wie das die Russen getan haben, dass dann eben eine Gegenreaktion kommt, die man komplett unterschätzt hat auf Seiten des Kremls. Also der vierdimensionale Schachspieler Wladimir Putin. ganz gewaltig daneben gegriffen. Das muss man sehen. Und da hat er eben sein eigenes Land überschätzt. Natürlich, die Doppelmoral ist gewaltig. Die Amerikaner verletzen das Völkerrecht dauernd. Zuletzt im Iran, in Venezuela, Irak, Jugoslawienkrieg, die NATO. Das ist eine ganze Serie von Völkerrechtsverletzungen, die nicht zu diesem kaskadenhaften Gegenkrieg geführt haben, mit Sanktionen und so weiter. Aber offensichtlich sind eben die Amerikaner so stark und so überlegen, dass sie eben machtmässig durchkommen mit dem. Das ist nicht moralisch zu rechtfertigen. Darüber kann man sich auch empören und es empören sich auch nicht wenige darüber zu Recht. Aber wenn man dann schon als russischer Präsident entscheidet, die internationale Ordnung anzugreifen, einfach Grenzen zu überschreiten, und hier jetzt mit Gewalt... um mit kriegerischen Mitteln vollendete Tatsachen schaffen zu wollen, dann musst du dir eben vorher überlegen, mit wem du dich anlegst. Und das ist die grosse Fehlkalkulation auf Seiten der Russen. Die sind auch überheblich geworden. Aber anstatt, dass man sich jetzt im Westen in einer Pose der Selbstgerechtigkeit und der einseitigen Schuldzuweisung in einen Gemütszustand weiter tiefer hinein halluziniert, indem man sich einredet, Russland militärisch besiegen zu können, wäre es dringend notwendig, dass da irgendeiner die Stopptaste drückt. Aber ich sehe in den deutschen Medien nicht mal den Ansatz einer Diskussion. Man blendet einfach komplett die eigene Rolle aus, übrigens auch die eigene Rolle in der Heraufbeschwörung des Ukraine-Konflikts. Und ich sage das hier noch einmal ganz deutlich. Damit Sie meine Sicht hier in der knappsten und pointiertesten Form zu hören bekommen. Erstens, der Ukraine-Krieg ist der Fehler des Westens, durch eine NATO-Osterweiterungspolitik unter Missachtung russischer Sicherheitsinteressen. Zweitens, Russland ist militärisch nicht zu besiegen, weil Russland eine Atommacht ist und weil sich Russland durch diese NATO-Osterweiterung bis aufs Territorium der Ukraine existenziell bedroht sieht. Und wenn sich Atommächte existenziell bedroht sehen, dann wird es erst richtig gefährlich. Das heisst drittens, wer eine Kapitulation Russlands will, der wird vorher einen Atomkrieg bekommen. Viertens, Russland respektiert militärische Stärke. Deshalb ist es wichtig, dass man sich auch verteidigen kann und dass man hier auch Grenzen aufzeigen kann, jenen Raubtierhaften Anwandlungen, die Grossmächte nun einmal haben, da können wir lange moraltheologische und völkerrechtliche Seminare veranstalten. Das ist sozusagen der Realismus. Das ist eben nicht der aussenpolitische Moralismus. Man muss hier in der Aussenpolitik Nerven wie Drahtseile haben und man muss bereit sein, eine realistische Betrachtung vorzunehmen. Und was jetzt? Brandgefährlich und absoluter Wahnsinn ist, dass die Europäische Union und die Deutschen eine Politik vorantreiben, die die Wahrscheinlichkeit eines Dritten Weltkriegs massiv erhöht. Und dieser Dritte Weltkrieg, das wäre dann noch die letzte Bemerkung und letzte These, dieser Dritte Weltkrieg wird aber mit Sicherheit auf deutschem Territorium ausgefucht. Das heisst, dass sie von aussenpolitischen und auch jetzt, was ihre historischen Kenntnisse und den Bewusstseinsstand angeht, von aussenpolitischen und historischen Analphabeten regiert werden, die eine Gesinnungspolitik verabsolutieren, ohne überhaupt nur... in ihre Kalkulationen einzubeziehen, was die realistischen Folgen sind. Ich habe viele Diskussionen dazu mit deutschen Kollegen. Die sagen mir dann, ja, aber es ist doch ein absoluter Skandal, dass Putin hier das Völkerrecht verletzt hat, das kannst du doch nicht rechtfertigen. Das rechtfertigen wir auch nicht. Aber das ist nicht die entscheidende Frage. Die entscheidende Frage ist, wie reagiert man darauf? Was ist die Position Deutschlands? Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen und sagen, wir akzeptieren das nicht. Und wir werden alles tun, und das hat der deutsche Kanzler gesagt, dass die territoriale Integrität der Ukraine wiederhergestellt wird. Das heisst also, dass man die Russen vertreibt aus den Gebieten, die sie heute faktisch und juristisch aus ihrer Sicht als Teil Russlands beachten und betrachten. Ja, viel Vergnügen. Denn die russische Atomdoktrin besagt, dass wenn russischer Heimatboden angegriffen wird, dass dann alle Waffen eingesetzt werden dürfen. Und was man nicht realisiert hat in Brüssel, ist, dass Putin Von den Hardlinern in Russland, von denen gibt es einige, eigentlich als Konktator, als Zögerer, als entscheidungsschwach kritisiert wird, als viel zu nachsichtig gegenüber diesen feindseligen Bestrebungen aus dem Westen, die man nicht erst seit dem Februar 22 beobachtet, sondern viel weiter zurückreichend, im Grunde seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Und natürlich steigern sich auch die Russen da in einen Groll hinein. Natürlich verbunken auch sie sich jetzt allmählich hinter diesen Feindbildern. Und wenn ich da gewissen Exponenten in Russland zuhöre, wie sie über Europa reden, dann merke ich einfach hier die grosse Enttäuschung einstiger Liebhaber Europas. Das ist auch emotional übersteuert und man darf einfach nie vergessen, die Russen, und ich habe das mal gesagt, die Russen haben meines Erachtens einen Minderwertigkeitskomplex, der daher rührt, dass sie über Jahrhunderte... von den Mongolen beherrscht wurden als ehemalige europäische Grossmacht, die auf Augenhöhe mit den Fürstenhöfen im Westen koexistierte, die Kiewer Russ. Und seither, das ist jetzt meine einfache Theorie, sehnen sich die Russen sehr nach der Anerkennung Europas. Und sie haben eine Schwäche für Europa und es ist im Interesse Russlands, enger mit Europa zusammenzuarbeiten als mit China. Denn mit China sind sie der Junior-Partner und die Chinesen haben natürlich auch eine Politik, natürlich eine sehr schlaue und strategisch weitsichtige Politik, sich da sozusagen infiltrierend im Osten Russlands auszubreiten. Und darum schätzen eigentlich die Russen so sehr. Eine Partnerschaft mit Europa und insbesondere mit Deutschland und allem voran dieser Präsident. Und das ist die grosse Tragik, meine Damen und Herren, der heutigen Situation, dass gerade die Deutschen, die es besser wissen müssten, sich daran beteiligten, den russischen Präsidenten Putin, ja, der ein gefährlicher Mann ist, kein harmloser Mann, aber Trump ist auch ein gefährlicher Mann. Es gibt viele gefährliche Leute da draussen. Und bilden wir uns nicht ein, dass wir selber früher so unschuldig gewesen sind. Und die Tragik besteht darin, dass die Deutschen... sich mit einer ideologischen Versessenheit, jetzt an einer Dämonisierung des russischen Präsidenten beteiligen, die sie blind macht für eine Politik des Überlebens in kriegerischen Zeiten. Dass man dadurch natürlich alle Brücken verbrennt. Ich meine, wenn ein deutscher Kanzler nach Kiew geht und dann sozusagen Appelle verbreitet, aber hören Sie endlich auf mit diesem Krieg. Den russischen Präsidenten hat man 37 Mal beschuldigt und dann sagt, wir möchten aber diplomatische Gespräche führen. So geht es einfach nicht. Das ist auch eine Art Dilettantismus. Und da merkt man, dass diese deutschen Politiker wirklich aussenpolitische Analphabeten sind, dass sie alles verlernt haben, was Egon Bahr und andere, auch ein Konrad Adenauer, zu seiner Zeit noch realisiert haben. Ein Gerhard Schröder, ein Helmut Kohl. Dass die Deutschen ein gewisses moralisches... Selbstprofilierungsbedürfnis haben, dass der Deutsche immer gern moralisiert und den Zeigefinger ausstreckt, das Lehrer-Lempel-Syndrom. Ja, das akzeptiert man ja auch als Teil des nationalen Charakters Nobody is perfect. Aber wenn Sie daraus sozusagen dann eine aggressive Politik der Kriegsertüchtigung machen, einen Militarismus ohne Militär, dann wird es eben gefährlich, meine Damen und Herren. Und dann stellt sich die Frage, wer stoppt denn diese Tschüssi. Schlafwandler, wenn es denn noch Schlafwandler sind. Aber bevor wir uns da weiter vertiefen in dieses unerfreuliche Thema, möchte ich Sie noch darauf hinweisen, im November geht es weiter mit meinen Deutschland-Vorträgen am 2.11. in Nürnberg, am 3.11. Erding bei München, 4.11. Leonberg bei Stuttgart, 9.11. Duisburg, 10.11. Bielefeld. 16.11. Neu-Ulm, 17.11. Ludwigshafen am Rhein und 18.11. Saarbrücken. Sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket weltwoche.de-vortrag und ich garantiere Ihnen, wir reden natürlich über Krieg und Frieden, wir reden über Deutschland. Ich habe zum Beispiel in Erfurt meinen Vortrag begonnen mit einer Würdigung der Stadt und den hochinteressanten Meilensteinen. Wir haben über den Erfurter Nominalismus gesprochen, des Martin Luther. und was das mit der heutigen Zeit zu tun hat. Also machen Sie sich darauf gefasst, dass da nicht einfach nur in den Schaumkronen der Aktualität herumgesurft wird, sondern dass wir etwas in die Substanz gehen, in die Tiefe. Und ich freue mich darauf, ich freue mich, Sie spätestens dort auch persönlich zu treffen. Ich glaube, ich habe die vielen Zuschriften schon verdankt, die ich bekommen habe zu diesen Gesprächen in Russland, dass die Leute es eben schätzen. wenn Journalisten nicht nur hinter ihrem Bildschirm irgendwelche absolutistischen Urteile verbreiten, sondern selber auch noch rausgehen. Wobei die Journalisten, die nicht rausgehen, sich immer an denen die Schuhe abputzen, die rausgehen. Dreimal dürfen Sie raten, warum das wohl so ist. Ich habe auch eine sehr interessante Zuschrift erhalten von einem Steffen aus Dresden. Kann ich vielleicht in einer der nächsten Sendungen mal etwas eingehender darauf zu sprechen kommen. Er stellt sich folgende Fragen. Kommt es jemals wieder zu so einer Einigkeit wie damals, als aus der damaligen DDR heraus, dieses Unrechtsregime? gestoppt wurde, gestürzt wurde, Einigkeit der sogenannten Zivilgesellschaft, der Kirchen, der politischen Opposition. Heute beobachtet er eine Spaltung der Gesellschaft. Ja, das ist richtig, Steffen, Sie haben eine Spaltung der Gesellschaft. Aber Sie müssen diese Spaltung als ein Symptom betrachten, dass eben Deutschland jetzt über Jahre und Jahrzehnte hinweg gewissermassen aus der Käseglocke Berlin heraus regiert wurde. In dieser Superblase, wo sich die Journalisten und die Politiker einfach... sinnlos auf den Füssen herumstehen, zu kommunizierenden Röhren geworden sind und das, was sie sich da gegenseitig in diesen Champagneretagen und Teppichetagen gegenseitig zu soufflieren, dass das die Wirklichkeit da draussen wäre. Und jetzt bekommen sie einen Wirklichkeitsschock. Jetzt kommt der kalte Entzug durch den Wähler, der ihnen zeigt, dass die Realität, die sie für die Wirklichkeit halten, überhaupt nicht mit der Realität entspricht, in der die deutschen Wähler, in der die deutschen Bürger zu leben haben. Und diese kognitive Dissonanz gewissermassen, dieser Bruch zwischen oben und unten, der wird jetzt ausgetragen. Und darum haben sie intensive Spannungen. Das ist sehr unangenehm und ich weiss, das ruft natürlich auch unheilvolle Erinnerungen an die deutsche Geschichte wach, weil man hat gezeigt, dass in der Vergangenheit die deutsche Gesellschaft nicht in der Lage war, mit diesen Spannungen umzugehen. Es hat dann zu einem faktischen Bürgerkrieg geführt. 30er, 20er, 30er Jahre zwischen den Internationalsozialisten und den Nationalsozialisten. Das war sozusagen ein Bruderkrieg unter Sozialisten. Am Schluss haben sich die Nationalsozialisten durchgesetzt mit den verheerenden Folgewirkungen, die ja mittlerweile ausreichend dokumentiert und bekannt sind. Man muss aber hinzufügen, hier etwas als besänftigend. dass heute ganz andere Umstände herrschen. Es ist nicht mehr ein Versailler Vertrag da, so ein Schandvertrag, ein Unrechtsvertrag. Es sind nicht mehr Reparationszahlungen. Es gibt nicht mehr den Kommunismus, der da hineinregierte ins damalige Deutschland. All diese äusseren Faktoren fehlen. Es gibt ein paar andere. Also hier nur ganz kurz angetönt, Steffen, vielen herzlichen Dank. Die Spaltung ist unangenehm, aber es ist vielleicht eben auch die Voraussetzung dafür, dass man endlich einmal richtig diskutiert und die Sache entsprechend bespricht. Was ist sonst noch wichtig, womit wir uns auseinanderzusetzen haben? Ich kann nur hoffen, dass diese Entwicklungen jetzt um die Linkspartei in Berlin, was ja da alles rauskommt, dass das irgendwie dazu führen wird, dass die Deutschen und vor allem auch die deutschen Medien realisieren, wer eigentlich hier tatsächlich auf Kriegsfuss steht mit der pluralistischen, demokratischen Grundgesetzordnung in der Bundesrepublik. Das ist nicht die AfD. Die AfD ist einfach die mächtigste Opposition. Und wenn man die AfD dermassen verteufelt, dann sagt das weniger über die AfD als über die Verzweiflung jener, die Angst haben, dass eben der Wähler, der hinter der AfD steht, den Leuten, die jetzt gewohnt waren, an den Schalthebeln der Macht zu setzen, diese Macht wegnimmt. Und das wollen sie verhindern durch Verleumdung der Partei, der Opposition, weil sie keine besseren Argumente haben. Und jetzt haben wir in Berlin gesehen den Sieg dieser Linkspartei. Da muss man natürlich auch analysieren, was dahinter steht. Das hat auch mit Migration zu tun, aber nicht nur. Das ist eine beunruhigende Radikalisierung, die jetzt in Teilen auch des Berliner Bürgertums tatsächlich und auch auf Seiten der jüdischen Community echte Existenzängste auslöst. Und ich glaube, das kommt jetzt nicht von ungefähr. Was da zum Teil erzählt wird, haben Sie das gesehen mit dieser... Wie heisst sie? Köktürk, die Abgeordnete der Linkspartei. Studierte Sozialarbeiterin. Ich wusste gar nicht, dass man so etwas studieren kann. Sie hat sozusagen einen akademischen Abschluss in Sozialarbeit. Sie war zwischenzeitlich bei den Grünen, beim Bündnis 90 Die Grünen, weil ihr der Kurs der Linkspartei unter Mitzahra Wagenknecht nicht behakt hat. Ist sie zu den Grünen gegangen, ist sie wieder bei der Linkspartei. Die hat ein Video geschaltet. Da läuft sie durch... Bochum ist ein bisschen glamourös, sieht noch gut aus und so, harmlos, läuft sie da durch, sympathisch, auch kämpferisch und sagt «Fuck Israel, fuck Netanyahu, der Kriegsverbrecher, fuck Trump und fuck alle Andersdenkenden, fuck alle Andersdenkenden». Das ist das Denken der Linkspartei. Stellen Sie sich einmal vor, wenn ein AF-Tailer so etwas sagen würde. Dann wäre die Hölle los in Deutschland. Dann wäre jede Talkshow für die nächsten sechs Monate nur diesem Thema gewidmet. Das würde man den AfDlern um die Ohren schlagen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Aber wenn es so eine Linke macht, dann haben wir eine gewisse Aufregung. Aber das war es dann auch schon wieder. Ich habe es gesehen, in Grossbritannien geht es auch ab. Die grünen, die britischen Grünen. Die sehen aus wie eine Art Palästinenser-Brigade. Die haben jetzt unter Strafe gestellt, wenn man sich da irgendwie einsetzt für das Existenzrecht Israels. Sie sagen, der Zionismus sei Rassismus. Und man hat sogar verweigert, das habe ich in der Bild-Zeitung gelesen, man hat sogar verweigert, dass man jüdischen Grünen, Mitgliedern der Grünen Partei in Grossbritannien, dass man denen eine spezielle Schutzklausel zusichert. Das wurde abgelehnt von dieser Tendenz. Das sind natürlich alles Folgen dieser ungesteuerten Zuwanderung. Man hat jetzt in Europa den Nahostkrieg installiert. Und in Deutschland geht es auch in diese Richtung. Da wirkt es einfach umso weltfremder, wenn da die Verfassungsschutzorgane permanent der AfD, die israelfreundlichste Partei Deutschlands ist. Dass man der dann laufend unterstellen will, was für antisemitische Umtriebe sie da angeblich leistet. Und ich finde, da sollten also die jüdischen Verbände und Organisationen in Deutschland jetzt auch einmal etwas aus ihrer politischen Korrektheit ausbrechen und vielleicht auch mal zugeben, dass sie sich da etwas getäuscht haben. Weil jetzt marschieren dann wirklich die Leute, die gegen das Existenzrecht Israels sind. Dieser kolonialistische Staat, dieser Unterdrückerstaat, der 0,3 bis 0,4 Prozent des Territoriums der ganzen muslimischen Welt besetzt in dieser Gegend, 0,3 bis 0,4, ich habe es in der Schweizer Ausgabe gesagt, also diese Israel-Hasser, die sich da zu Wort melden und den Israeli-Kolonialismus vorwerfen, ich meine, wenn das Kolonialismus ist, mit diesen 0,3, 0,4 Prozent, dann ist das nicht ein sonderlich erfolgreicher Kolonialismus. Und am 7. Oktober ist ja drei Jahre her mit diesem Hamas-Massaker. Das wird ja dann auch immer wieder ausgeblendet in diesen Zusammenhängen. Also hier braut sich schon etwas zusammen. Und die gewählte Spitzenfrau da in Berlin, da ist jetzt herausgekommen, dass sie bei der Roten Hilfe mitgemacht hat bis 2025, hat sich jetzt etwas distanziert. Ja, gewisse Sachen, da sei sie nicht einverstanden. Aber ist jetzt gut, dass man das aufdeckt. Kannte das auch nicht. Die Rote Hilfe, offensichtlich eine Organisation, die früher Terroristen unterstützte, RAF, gewaltsamer Umsturz der deutschen Ordnung. Ich nehme mal an, die wird vom Staat unterstützt, vielleicht auch nicht mehr. Es ist unglaublich, dass sich so etwas überhaupt behaupten kann in der Bundesrepublik. Wenn es jetzt eine blaue Hilfe gäbe, die quasi terroristischen Aktivitäten der militanten Rechten zudienen würde. Das ist absolut unvorstellbar und da merken sie einfach, dass irgendetwas da nicht mehr stimmt in der ganzen politischen Frühwarnsensorik in der Bundesrepublik. Die AfD setzt sich für mehr direkte Demokratie ein, die AfD setzt sich für Israel ein, die AfD setzt sich für Marktwirtschaft ein, die AfD setzt sich dafür ein, dass Deutschland in dieser auseinanderfallenden und scheiternden Europäischen Union seine eigenen nationalen Interessen nicht vergisst. Die AfD setzt sich dafür ein. dass man mit Russland wieder das Gespräch sucht, anstatt den Krieg fortzuführen. Ja, und Deutschland hat hier einfach die Wahl. Entweder man beharrt darauf, diesen Völkerrechtsbruch militärisch zu bestrafen, dann wird man Krieg haben, oder man sagt, man muss diesen Völkerrechtsbruch stehen lassen und irgendwie eine Einigung finden, dann wird man den Frieden wieder bekommen. Entscheidet sich die deutsche Regierung für Krieg oder für Frieden? Die AfD ist ganz klar für Frieden. Ich glaube, da sind die Linksextremisten auch noch irgendwo ähnlich unterwegs. Aber diese Rote Hilfe, da hat diese Spitzenkandidatin oder die Wahlsiegerin, die hat da mitgemacht und diese Rote Hilfe postuliert, man müsse die Marktwirtschaft in Deutschland abschaffen mit dem Instrument der Massenmigration. Also da haben sie es ja noch auf dem Serviertablett. Vielleicht vor kurzem hätte man das noch als eine rechtsextremistische Verschwörungstheorie bezeichnet. Aber das ist die Realität. Und das ist jetzt die Regierungsrealität in der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Wundert sich da eigentlich noch einer? Warum immer mehr bürgerlich gesinnte Deutsche in die Schweiz auswandern? Wir haben gerade eine Umfrage gesehen. Die Deutschen, die hier sind, sagen, die Schweiz ist das bessere Deutschland. Ja, klar. Aber Entschuldigung, wir können nicht 80 Millionen Deutsche aufnehmen. Wobei es gibt auch nicht 80 Millionen Deutsche, die so ticken wie die, die in die Schweiz auswandern. Aber das geht einfach nicht. Das übersteigt unser Fassungsvermögen. Irgendwann ist das Boot dann auch wieder voll. Das sind schon Entwicklungen, aber versuchen wir es mal einigermassen optimistisch anzuschauen. Das sind ja auch Augenöffner und vielleicht auch eben notwendige Durchgangsstadien auf dem Weg zurück da wieder zur einigermassen politischen Vernunft. Unglaublich, was da abgeht. Ich glaube, wir lassen es mal hier soweit stehen. Ich gebe noch einige weitere Meldungen, aber lassen wir es mal verwenden. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. Die Zeit ist um und wir melden uns dann spätestens morgen wieder zurück. Bleiben Sie dran. Ich habe dabei auch noch ein paar interessante Spezialsendungen vorzubereiten. Lassen Sie sich überraschen, was da noch alles auf Sie zukommt. Einen guten Start in diesen Tag und bleiben Sie trotz allem zuversichtlich. Ja, wir leben in etwas Verwirrtem. Aber diese Verwirrung ist vielleicht und hoffentlich, man hat dafür zu sorgen, ein Durchgangsstadium wieder zu einer vernünftigeren Wirklichkeit. Denn auf breiter Fläche setzt sich ja sozusagen die Rückkehr wieder zum Konservativen, zum Bewerten durch. Und diese schrillen Exzesse, aber nehmen wir es nicht auf die leichte Schulter, diese schrillen Exzesse. Könnten auch Rückzugsgefechte sein. Auf jeden Fall einen schönen Tag. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht. beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen, wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst niemand zu unterhalten getraut, wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche, jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. 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