Die Europäische Kommission streicht der Biennale von Venedig Fördergelder in Höhe von zwei Millionen Euro. Grund ist die Wiedereröffnung des russischen Pavillons auf der diesjährigen Kunstbiennale. Die für Demokratie zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen bestätigte die Entscheidung und erklärte, mit europäischen Steuergeldern finanzierte Kultur müsse «demokratische Werte fördern und schützen – Werte, die im heutigen Russland nicht geachtet würden». Darüber berichtet Euronews.
Zoltan Balogh/Keystone
Die Förderung war ursprünglich für den Zeitraum von 2025 bis 2028 zugesagt worden. Bereits im April leitete die Kommission ein Verfahren zum Entzug der Mittel ein, nachdem Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco angekündigt hatte, den russischen Pavillon wieder zu öffnen. Die Europäische Union forderte die Biennale mehrfach auf, die Entscheidung zu überdenken oder zu begründen. Nachdem die Stiftung an ihrem Kurs festhielt, sprach sich die Kommission endgültig für die Streichung der Fördergelder aus.
Der russische Pavillon war nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bei den Biennalen 2022 und 2024 geschlossen geblieben. In diesem Jahr wurde er zwar wieder eröffnet, öffentliche Veranstaltungen konnten jedoch wegen fehlender Genehmigungen nur eingeschränkt stattfinden.
Die Entscheidung aus Brüssel stösst in Italien auf Widerstand. Die Regierungspartei Lega von Vizepremier Matteo Salvini warf der EU vor, sich in die Kulturpolitik einzumischen. Die Biennale stehe für «Geschichte, Kultur, Kunst, Innovation und Freiheit». Die Partei kündigte an, die italienische Regierung aufzufordern, die gestrichenen EU-Mittel aus dem Staatshaushalt zu ersetzen.