Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat einen Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt aus ihrem Online-Angebot entfernt, berichtet die Bild-Zeitung. Die Zeitung begründete den Schritt mit Zweifeln an der Entstehung des Textes und dem möglichen Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Betroffen ist der Beitrag «Smartphone 14, Social Media 16», der im August des vergangenen Jahres erschienen war. Darin hatte der CDU-Politiker gefordert, Kindern unter 14 Jahren kein Smartphone zu geben und soziale Netzwerke erst ab 16 Jahren zuzulassen. Auslöser für die Entfernung war eine Recherche des Transparenzportals «FragDenStaat». Demnach stufte das Analyseprogramm Pangram den Text als vollständig KI-generiert ein. Zudem sollen mehrere darin verwendete Expertenzitate nicht nachweisbar gewesen sein.
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Die FAZ betonte, das Programm liefere keinen endgültigen Beweis für den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Die Ergebnisse seien jedoch ein ernstzunehmender Hinweis. Für die Zeitung gelte die Regel, keine originär von KI erzeugten Texte zu veröffentlichen. Bei Gastbeiträgen gehe man grundsätzlich davon aus, dass diese von den Autoren selbst verfasst würden.
Auf Anfrage der Redaktion erklärte die Thüringer Staatskanzlei, der Einsatz von künstlicher Intelligenz gehöre mittlerweile zum Arbeitsalltag moderner Organisationen und der öffentlichen Verwaltung. Zugleich betonte sie, die Verantwortung für Inhalte verbleibe stets beim Menschen. Die FAZ bezeichnete diese Stellungnahme als unzureichend und entschied, den Beitrag zu depublizieren sowie im Archiv zu sperren.
Der Fall reiht sich in eine breitere Debatte über den Umgang von Politikern mit KI-gestützten Texten ein. Bereits in den vergangenen Tagen waren weitere Reden und Gastbeiträge Voigts Gegenstand von Diskussionen geworden. Dazu zählt ein Gastbeitrag in der Welt, bei dem die Staatskanzlei den Einsatz «moderner digitaler Werkzeuge, darunter KI-Anwendungen» eingeräumt hatte. Auch bei mehreren offiziellen Ansprachen, darunter zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, wurden entsprechende Fragen aufgeworfen.