Fusionen und Übernahmen im US-Energie- und Versorgungssektor haben in den ersten fünf Monaten des Jahres mit 203,6 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert erreicht. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf eine Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte. Haupttreiber ist der steigende Strombedarf für Rechenzentren im Zuge des KI-Booms.
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Das Transaktionsvolumen liegt mehr als 40 Prozent über dem Gesamtwert des Vorjahres von 141,7 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stiegen die angekündigten Investitionen in Rechenzentren auf 151,5 Milliarden Dollar und haben sich damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.
Zu den grössten Transaktionen zählt die geplante Übernahme von Dominion durch Nextera Energy mit einem Unternehmenswert von 112 Milliarden Dollar. Zudem wollen Blackrocks Global Infrastructure Partners und EQT den Energiekonzern AES für rund 33 Milliarden Dollar übernehmen.
Laut Deloitte benötigen Energieversorger hohe Investitionen, um Kraftwerke und Stromnetze für den wachsenden Bedarf neuer Rechenzentren auszubauen. Gleichzeitig trennen sich zahlreiche Unternehmen von Randgeschäften, um Kapital für den Ausbau ihrer Infrastruktur freizusetzen. Auch Private-Equity- und Infrastrukturfonds investieren verstärkt in den Sektor.
Die zunehmende Konsolidierung dürfte jedoch die Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden auf sich ziehen. Hintergrund sind steigende Strompreise und die Sorge, grössere Versorgungsunternehmen könnten ihre Marktmacht ausbauen. Mehrere US-Senatoren haben bereits Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Rechenzentren und höheren Stromkosten eingeleitet. Energieunternehmen argumentieren dagegen, grössere Unternehmensstrukturen ermöglichten Kosteneinsparungen, von denen langfristig auch die Verbraucher profitieren könnten.