Die Europäische Kommission will Haushalte dazu bewegen, ihren Stromverbrauch in Spitzenzeiten zu reduzieren. Wie aus einer neuen Digitalisierungs- und KI-Strategie für den Energiesektor hervorgeht, plant Brüssel noch in diesem Jahr ein Gesetz zum beschleunigten Ausbau intelligenter Stromzähler. Laut Politico begründet die Behörde den Schritt mit dem stark steigenden Strombedarf durch künstliche Intelligenz, Rechenzentren und die fortschreitende Elektrifizierung der Wirtschaft.
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Laut der Kommission sollen KI-gestützte Smart Meter den Verbrauchern mehr Kontrolle darüber geben, wann sie Strom nutzen. Ziel ist es, den Verbrauch in Zeiten hoher Nachfrage – insbesondere in den Abendstunden – zu senken und auf günstigere Tageszeiten zu verlagern. Dadurch sollen Stromkosten sinken und die Netze entlastet werden. Gleichzeitig würde mehr Energie für Industrie, Verkehr und energieintensive KI-Rechenzentren zur Verfügung stehen.
Hintergrund ist der rapide steigende Energiebedarf digitaler Infrastruktur. Nach Angaben der EU-Kommission entfallen bereits heute rund 2,5 Prozent des europäischen Stromverbrauchs auf Rechenzentren. In den kommenden vier Jahren dürfte sich deren Strombedarf mehr als verdoppeln. Die Netze stünden dadurch zusätzlich unter Druck, während gleichzeitig Elektroautos, Wärmepumpen, Wasserstoffanlagen und andere Technologien immer mehr Elektrizität benötigten.
Die geplante Smart-Meter-Offensive ist Teil eines umfassenderen EU-Fahrplans zur Digitalisierung des Energiesektors. Neben neuen Regeln für intelligente Stromzähler kündigte die Kommission unter anderem eine engere Zusammenarbeit zwischen Energieversorgern und Rechenzentren sowie zusätzliche Forschungsgelder in Höhe von 75 Millionen Euro für energieeffiziente KI-Anwendungen an. Energiekommissar Dan Jørgensen betonte, intelligente Stromzähler könnten helfen, bestehende Netze effizienter zu nutzen und den Ausbau erneuerbarer Energien besser in das Stromsystem zu integrieren.