Schweden verschärft den Kampf gegen die organisierte Bandenkriminalität mit deutlich höheren Strafen. Seit dem 1. August können Straftaten im Zusammenhang mit kriminellen Gangs in bestimmten Fällen mit bis zu doppelt so hohen Freiheitsstrafen geahndet werden, berichtet das Portal Apollo News. Grundlage ist eine Gesetzesänderung, die das schwedische Parlament bereits Mitte Juni beschlossen hat.
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Nach Angaben der Nachrichtenagentur TT steigt etwa das Höchststrafmass für den unerlaubten Waffenbesitz im Bandenmilieu von bislang vier auf künftig acht Jahre Freiheitsentzug. Insgesamt betrifft die Reform rund fünfzig Straftatbestände. Die Obergrenze für das verdoppelte Strafmass liegt bei achtzehn Jahren Haft.
Die neuen Regelungen gelten grundsätzlich auch für minderjährige Täter. Allerdings sieht das Gesetz für Jugendliche in einzelnen Fällen Strafmilderungen vor. Die Regierung begründet die Reform damit, dass kriminelle Netzwerke gezielt Minderjährige für schwere Straftaten wie Schusswaffenangriffe und Auftragsmorde rekrutieren und einsetzen.
Mit der Strafverschärfung reagiert Stockholm auf ein Problem, das das Land seit Jahren beschäftigt. Schweden kämpft seit längerem mit gewalttätigen Banden, die für zahlreiche Schiessereien und Sprengstoffanschläge verantwortlich gemacht werden. Nach Angaben der Behörden ist die Zahl der Schusswaffendelikte und der Todesopfer im laufenden Jahr zwar rückläufig, dennoch gilt die organisierte Bandenkriminalität weiterhin als eine der grössten sicherheitspolitischen Herausforderungen des Landes.