Ein geplanter Rüstungsauftrag aus Israel für das Volkswagen-Werk Osnabrück steht offenbar vor dem Aus. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll das israelische Staatsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems stattdessen eine Produktionslinie für Tamir-Abfangraketen des Luftabwehrsystems Iron Dome in Indien aufbauen. Hintergrund sei Widerstand des katarischen Staatsfonds gegen eine Fertigung bei Volkswagen.
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Nach dem Bericht legte die staatliche Qatar Investment Authority, die rund 17 Prozent der Stimmrechte und 10,4 Prozent des Aktienkapitals von Volkswagen hält und mit mehreren Vertretern im Aufsichtsrat sitzt, ein Veto gegen die Zusammenarbeit mit Rafael ein. Bereits im April soll zwischen Volkswagen und der israelischen Seite eine Absichtserklärung für die Nutzung des Werks Osnabrück unterzeichnet worden sein.
Volkswagen bestätigte der Zeitung, dass für den Standort Osnabrück nach dem Auslaufen der bisherigen Fahrzeugproduktion 2027 neue Perspektiven gesucht würden. Das Unternehmen führe Gespräche mit Firmen aus der Verteidigungsindustrie, um langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Im Werk Osnabrück sind derzeit rund 2300 Mitarbeiter beschäftigt.
Rafael begründet die Verlagerung der geplanten Produktion nach Indien laut dem Bericht mit dem Ausbau seiner Liefer- und Produktionsketten. Indien wäre das erste asiatische Land ausserhalb Israels, in dem Tamir-Abfangraketen gefertigt würden. Bereits 2024 nahm Rafael gemeinsam mit dem US-Rüstungskonzern Raytheon eine Produktionsstätte im Bundesstaat Arkansas in Betrieb.
Eine offizielle Bestätigung von Volkswagen, Rafael oder der Qatar Investment Authority, wonach der katarische Staatsfonds den Auftrag blockiert habe oder die Produktionsverlagerung unmittelbar darauf zurückzuführen sei, liegt bislang nicht vor.