Der neue deutsche Gesundheitsminister Carsten Linnemann hat vor seiner neuen Aufgabe grossen Respekt bekundet. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf eine Videobotschaft des CDU-Politikers auf Instagram.
Linnemann erklärte, er habe vor dem Amt «einen Höllenrespekt». Er brauche Einarbeitungszeit und müsse «hier und da einfach noch tiefer einsteigen». Ziel sei ein «gerechtes, leistungsfähiges, zukunftsfähiges Gesundheitssystem». Nach eigenen Angaben bat ihn Bundeskanzler Friedrich Merz kurzfristig, das Gesundheitsministerium zu übernehmen. Linnemann folgt auf Nina Warken, die zur Kanzleramtsministerin ernannt wurde.
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Mit seinen Äusserungen reagierte Linnemann indirekt auch auf ein älteres Interview, in dem er Zweifel an seiner Eignung als Gesundheitsminister geäussert hatte. Damals sagte er, das Amt sei «nicht mein Ding» und er wäre in dieser Funktion «wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen». Nun betonte er, manchmal komme es «anders, als man denkt».
Auf den 48-jährigen promovierten Volkswirt wartet eines der schwierigsten Ressorts der Bundesregierung. Das Gesundheitssystem steht unter hohem Reformdruck, die gesetzlichen Krankenkassen kämpfen mit steigenden Kosten, und weitere Reformen gelten als politisch umstritten. Linnemann hatte sich bereits vor seinem Amtsantritt für tiefgreifende Veränderungen ausgesprochen. Unter anderem kritisierte er die hohe Zahl der gesetzlichen Krankenkassen und erklärte, zehn Kassen würden seiner Ansicht nach ausreichen.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, bezeichnete Linnemann als Vertreter einer Modernisierung bestehender Strukturen. Kritik kam von der Opposition. Der SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis sprach von einem der anspruchsvollsten Ministerien der Regierung, Grünen-Politiker Janosch Dahmen forderte statt des Mottos «Einfach mal machen» mehr «Expertise, Empathie und den konsequenten Fokus auf die Menschen».