Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU und rechte Hand von Parteichef Friedrich Merz, wird kein Minister in der neuen Bundesregierung. Dies bestätigte der 47-Jährige der Bild-Zeitung. Sein Verzicht gilt als erster Paukenschlag der bevorstehenden Merz-Regierung.
Der eigentliche Favorit für das Arbeits- und Sozialministerium zog sich zurück, nachdem dieser Posten an die SPD ging. Für Linnemann, langjähriger Experte in diesem Bereich, war das Ministerium «nicht frei», wie ein CDU-Abgeordneter sagte. Ein Verbleib in einem auf Energiepolitik zusammengeschrumpften Wirtschaftsministerium kam für ihn nicht in Frage.
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Laut Parteikreisen war Linnemann nach dem Wahlergebnis von 28,5 Prozent – deutlich unter seinen prognostizierten 34 – zunächst niedergeschlagen. Auch über das Aufweichen der Schuldenbremse mit Billionen-Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung habe es Meinungsverschiedenheiten mit Merz gegeben. Ein Bruch sei es laut Beteiligten dennoch nicht gewesen: «Sie sind ein Team», heisst es aus Parteikreisen.
Statt ins Kabinett zu wechseln, bleibt Linnemann Chef des Konrad-Adenauer-Hauses. Damit behält er eine zentrale Rolle in der Parteiarbeit und im Koalitionsausschuss. «Das Adenauerhaus ist Gehirn und Gewissen von Schwarz-Rot», sagte Parteivize Silvia Breher der Bild.
Für den Fraktionsvorsitz wurde Linnemann nicht offiziell nominiert – Jens Spahn oder Thorsten Frei gelten hier als Favoriten. In der Partei wird Linnemanns Schritt respektiert, doch intern sorgt seine Absage für Irritation. Öffentlich kommentierte er seine Entscheidung lakonisch mit: «Es muss halt auch passen …».