Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich für einen Nachfolger aus dem politischen Betrieb ausgesprochen. Im ARD-«Interview der Woche» sagte Steinmeier, das nächste Staatsoberhaupt solle über enge Kontakte in die Parteien verfügen, um in Krisensituationen bei schwierigen Regierungsbildungen vermitteln zu können. «Ich befürchte, dass ähnlich schwierige Regierungsbildungen auch in der Zukunft auf uns zukommen», erklärte der Bundespräsident.
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Steinmeier verwies dabei auf die Zeit nach der Bundestagswahl 2017, als er CDU, CSU und SPD zur Bildung einer Regierung gedrängt hatte, um Neuwahlen zu verhindern. Deshalb befürworte er eine Wahl, bei der jemand berücksichtigt werde, «der Kontakte und Gesprächsmöglichkeiten in die Parteien hinein hat, um solche Krisen bei der Regierungsbildung auch zu überwinden». Zugleich deutete Steinmeier an, dass er sich eine Frau als Nachfolgerin vorstellen könne. «Wahrscheinlich beim nächsten Mal eine Frau», sagte er.
Die Äusserungen fallen in eine laufende Debatte über die Nachfolge des Bundespräsidenten. Steinmeiers zweite Amtszeit endet im März 2027, eine erneute Kandidatur ist nach dem Grundgesetz ausgeschlossen. Gewählt wird das nächste deutsche Staatsoberhaupt am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung.
Zuletzt hatte eine Online-Petition für den Komiker Hape Kerkeling als Bundespräsident für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach Angaben der Zeit zählt sie inzwischen mehr als 20.000 Unterstützer. Als mögliche Kandidaten werden zudem Bundesbildungsministerin Karin Prien, die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, sowie die Soziologin Jutta Allmendinger genannt. Steinmeiers Aussagen dürften die Diskussion darüber neu beleben, ob das höchste Staatsamt weiterhin vor allem mit erfahrenen Politikern besetzt werden soll.