Wenige Wochen vor dem russisch-belarussischen Manöver «Sapad 2025» hat die Bundeswehr fünf Eurofighter-Kampfjets auf den polnischen Militärflugplatz Minsk Mazowiecki bei Warschau verlegt. Laut Bundesverteidigungsministerium soll der Verband als sogenannte Alarmrotte fungieren – eine schnelle Eingreiftruppe für mögliche Luftraumverletzungen.
«Dieser Einsatz ist ein klares Zeichen der Bündnissolidarität innerhalb der Nato und dient der glaubhaften Abschreckung sowie dem Schutz des gemeinsamen Luftraums», erklärte eine Sprecherin der Luftwaffe der Bild-Zeitung. Mit der Stationierung reagiere man auf die wachsende Sorge der osteuropäischen Nato-Staaten, wonach das für September angesetzte Manöver als Deckmantel für einen potenziellen Angriff auf das Baltikum dienen könnte.
SINA SCHULDT / KEYSTONE
Insgesamt wurden rund 150 zusätzliche Soldaten der Luftwaffe nach Polen entsandt – darunter Angehörige des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 «Boelcke», Kräfte des Führungsunterstützungsbereichs sowie des Objektschutzregiments «Friesland». Weitere deutsche Einheiten sind bereits mit dem Patriot-Luftabwehrsystem in Rzeszów im Einsatz.
Der Militärhistoriker Sönke Neitzel hatte bereits im Frühjahr vor der geopolitischen Brisanz gewarnt: «Polen und Balten haben grosse Angst, dass das der Auftakt sein könnte, das Baltikum anzugreifen.»