Russland hat in der Nacht vor dem Nato-Gipfel in Ankara eine neue massive Angriffswelle gegen die Ukraine gestartet. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden bei Angriffen mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. In Kiew wurden zahlreiche Gebäude beschädigt, ein Plattenbau im Stadtteil Podil stürzte teilweise ein. Rettungskräfte befreiten mindestens fünfzehn Bewohner aus dem Gebäude.
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Der Chef der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, sprach zuletzt von neun Todesopfern und 46 Verletzten allein in der Hauptstadt, darunter fünf Kinder. Ein weiteres Todesopfer wurde aus Butscha nordwestlich von Kiew gemeldet. Im Bezirk Darnyzkyj kamen nach Behördenangaben zwei Menschen ums Leben, nachdem Drohnentrümmer ein Hochhaus getroffen hatten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Vorabend vor einer neuen Angriffswelle gewarnt. Unter Berufung auf Geheimdienstinformationen erklärte er, Russlands Präsident Wladimir Putin wolle «unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten».
Als Reaktion auf die Angriffe liess das Nato-Mitglied Polen vorsorglich Kampfjets aufsteigen. Gleichzeitig meldete die von Russland annektierte Halbinsel Krim nach einem ukrainischen Angriff zeitweise Stromausfälle in Sewastopol. Beim Nato-Gipfel will Selenskyj unter anderem mit US-Präsident Donald Trump über weitere Flugabwehrsysteme und zusätzliche Militärhilfen sprechen.