Die dänische Werft Fayard wartet weiterhin Spezialschiffe für den Transport von russischem Flüssiggas (LNG), bevor ein entsprechendes EU-Sanktionsverbot Anfang kommenden Jahres in Kraft tritt. Dies berichtet das Portal Politico. Nach Angaben von Experten könnten die nun durchgeführten Wartungsarbeiten den Eisbrecher-Tankern den Weiterbetrieb über mehrere Jahre ermöglichen, obwohl EU-Unternehmen sie ab Januar nicht mehr instand halten dürfen.
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Fayard ist nach dem Rückzug der niederländischen Werft Damen die einzige Werft in der Europäischen Union, die über die nötigen Trockendocks und das technische Know-how für die Wartung der sogenannten Arc7-LNG-Tanker verfügt. Diese Schiffe transportieren Flüssiggas aus dem russischen Jamal-Projekt in der Arktis und gelten als wichtiger Bestandteil der russischen LNG-Exportinfrastruktur.
Nach Angaben der ukrainischen Präsidialverwaltung trägt jede Wartung dazu bei, eine bedeutende Einnahmequelle Russlands zu erhalten. Sanktionsberater Wladyslaw Wlassjuk erklärte: «Als einzige Werft in der EU, die weiterhin die spezialisierten Arc7-Eisklasse-LNG-Tanker wartet, trägt sie faktisch dazu bei, Russlands arktische LNG-Exporte aufrechtzuerhalten.»
Die Werft betonte, sie halte sich an die geltenden EU-Vorschriften. Man warte keine russischen Schiffe, sondern Schiffe internationaler Reedereien, die zwischen dem Jamal-Terminal und europäischen Häfen verkehren. Solange der Handel mit russischem LNG rechtlich zulässig sei, erfolgten die Arbeiten im Einklang mit den geltenden Regeln.
Umweltorganisationen und Politiker kritisieren das Vorgehen. Sie argumentieren, die derzeit noch legale Wartung schwäche die Wirkung der beschlossenen Sanktionen bereits vor deren Inkrafttreten. Die EU hatte das Wartungsverbot im Rahmen ihres jüngsten Sanktionspakets beschlossen. Es soll ab Januar gelten.