In einem Exklusivinterview im Podcast «The Diary of a CEO» zieht US-Vizepräsident J. D. Vance Bilanz seiner politischen Transformation.
Im Gespräch mit dem Investor Steven Bartlett geht Vance direkt auf seine einstige Kritik aus dem Jahr 2016 ein, als er Donald Trump noch privat als «Amerikas Hitler» bezeichnet hatte. Heute gibt sich Vance geläutert: Er habe sich damals fundamental geirrt, weil das Medienbild vollkommen verzerrt gewesen sei.
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Hinter den Kulissen erlebte er Trump völlig anders: Dieser sei ein extrem warmherziger und gastfreundlicher Mensch, der bezüglich IQ an der Spitze aller US-Präsidenten stehe.
Vor allem verteidigt Vance Trumps unkonventionellen Regierungsstil. Die amerikanischen Institutionen seien «sklerotisch und kaputt» und Trump das perfekte Werkzeug, um sie aufzubrechen. Trump sei im Recht gewesen, dem Pentagon und den Militärexperten zu misstrauen, da die USA seit den neunziger Jahren schlicht keinen Krieg mehr gewonnen hätten.
J. D. Vance bestätigte ausserdem massive Spannungen zwischen Trump und dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu. Trump habe Netanjahu nach unkoordinierten Militärschlägen kurz vor der geplanten Unterzeichnung eines neuen Iran-Abkommens mangelndes Urteilsvermögen («no fucking judgment») vorgeworfen.
Vance erteilte einer bedingungslosen Israel-Treue eine klare Absage: Im internationalen Gefüge vertraue er «niemandem». Die USA seien die Supermacht, Israel nur der «Juniorpartner» mit oft anderen Interessen. Einen Kollaps des Iran in ein ungeordnetes «persisches Libyen» wolle Washington explizit verhindern.
Auch beim Thema KI zeigte sich der Vizepräsident erstaunlich staatsinterventionistisch: Trump sympathisiere mit der Idee eines staatlichen US-Fonds, der Anteile an grossen KI-Konzernen halte, um eine extreme Wohlstandskonzentration zu verhindern. KI sei in Wahrheit eine gefährliche «kommunistische Technologie», die totale Überwachung ermögliche.