Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sieht den Einfluss neuer Medien auf die Union schwinden. Im Podcast «Machtmenschen» mit Focus-Chefredakteurin Franziska Reich sagte der CDU-Politiker, viele in seiner Partei hätten inzwischen erkannt, «was die anrichten». Er verwies dabei auf seinen Auftritt in der ZDF-Sendung «Markus Lanz» im Januar, in dem er unter anderem das Portal Nius scharf kritisiert hatte.
KATRIN LUXENBURGER / KEYSTONE
Günther erklärte, die Berichterstattung von Nius und anderen neuen Medien habe im Streit um die Nominierung der Juristin Frauke Brosius-Gersdorf für das Bundesverfassungsgericht gezielt Menschen mobilisiert. «Nius und andere» hätten «gezielt, ich sag mal, Menschen auf die Barrikaden gebracht. Und es hat absolut funktioniert», sagte er. Zugleich vertrat er die Auffassung, dass der Vorgang viele Unionspolitiker zum Umdenken bewegt habe.
Nach Einschätzung Günthers tragen auch direkte Reaktionen aus dem Publikum zum Einfluss neuer Medien bei. Leser würden gezielt dazu aufgerufen, demokratischen Politikern ihre Stimmung mitzuteilen. «Das geht an manchen vielleicht auch nicht spurlos vorbei», sagte er. Sein Appell vom Januar habe im Nachhinein als Warnung gewirkt und dazu beigetragen, den Blick vieler Parteikollegen auf diese Medien zu verändern.
Günther hatte Nius und ähnliche Angebote bereits im Januar bei «Markus Lanz» scharf angegriffen und deren Redaktionen unter anderem als «Feinde der Demokratie» bezeichnet.