Die Zahl linksextremistisch motivierter Gewalttaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 60 Prozent gestiegen. Das geht aus dem neuen Jahresbericht des Bundesamts für Verfassungsschutz hervor, über den die Financial Times berichtet. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnte bei der Vorstellung des Berichts, Linksextremismus stelle wieder eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar.
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Zu den erfassten Straftaten zählen unter anderem versuchter Mord, Körperverletzungen, Brandstiftungen und Sabotageakte. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes wird die zunehmende Gewalt sowohl durch den Aufstieg des Rechtsextremismus als auch durch den Nahostkonflikt angeheizt. Vor allem propalästinensische Protestbewegungen würden zunehmend von extremistischen Gruppen zur Anwerbung neuer Anhänger genutzt.
Als Beispiel nennt der Bericht einen Anschlag auf ein Umspannwerk in Berlin im Januar, der rund 100.000 Menschen tagelang ohne Strom liess. Verantwortlich gemacht wird die linksextreme «Vulkangruppe», deren Mitglieder den Behörden bislang weitgehend unbekannt sind. Der Verfassungsschutz beobachtet nach eigenen Angaben mehrere konspirativ arbeitende linksextreme Gruppierungen, die Gewalt ausdrücklich als politisches Mittel befürworten.
Trotz des deutlichen Anstiegs bleibt Rechtsextremismus laut Verfassungsschutz die grösste Bedrohung. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden 856 linksextremistisch motivierte Gewalttaten gegenüber 1395 rechtsextremistisch motivierten Delikten.