Nach den jüngsten US-Luftangriffen auf den Iran ist der Ölpreis deutlich gestiegen. Nach Angaben der Bild verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent am Mittwochmorgen um 2,6 Prozent auf 76,09 US-Dollar. Innerhalb einer Woche legte der Preis damit um rund 8,5 Prozent zu. Auslöser sind die amerikanischen Angriffe auf mehr als achtzig Ziele im Iran sowie die Wiedereinführung von Sanktionen gegen iranische Ölexporte.
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Nach Angaben der US-Regierung richteten sich die Angriffe gegen Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen, Boote der Revolutionsgarden und weitere militärische Einrichtungen. Hintergrund seien erneute Attacken auf Tanker in der Strasse von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Besonders schwer getroffen wurde laut Katar der Flüssiggastanker «Al-Rekayyat». Doha macht den Iran für den Angriff verantwortlich und warnt vor Gefahren für die internationale Schifffahrt und die globale Energieversorgung.
Parallel dazu verschärfte Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Die erst vor gut zwei Wochen gelockerten Sanktionen gegen iranisches Öl wurden wieder in Kraft gesetzt. Neue Geschäfte mit iranischem Rohöl sowie petrochemischen und Erdölprodukten sind damit erneut untersagt. Ein US-Regierungsvertreter erklärte, wirtschaftliche Erleichterungen werde es nur geben, wenn der Iran seinen Verpflichtungen nachkomme. Das Verhalten Teherans in der Strasse von Hormus sei «völlig inakzeptabel».
Der Iran kündigte Vergeltung an. Die Revolutionsgarden bezeichneten die Angriffe als «schwerwiegenden Verstoss» gegen das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges und warnten, jede «Fehlkalkulation» werde mit einer «entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor» beantwortet. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern dürfte der Ölpreis weiter unter Aufwärtsdruck bleiben, solange die Lage in der Strasse von Hormus angespannt ist. Höhere Energie-, Heizöl- und Treibstoffpreise weltweit gelten als möglich.