SVP-Vizepräsidentin und Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher weist den Vorwurf zurück, ihr Unternehmen rekrutiere gezielt Personal im Ausland. In einem Interview mit dem Sonntagsblick erklärt sie, Stellenanzeigen der Ems-Chemie würden von Vermittlungsportalen automatisch übernommen und international veröffentlicht. Dies geschehe «ohne unser Wissen und unsere Einwilligung».
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Martullo-Blocher äussert sich im Interview zur Nachhaltigkeits-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!». Die Unternehmerin zeigt sich überzeugt, dass Schweizer Firmen auch bei einer Begrenzung der Zuwanderung genügend Personal finden würden. «Schweizer Unternehmen werden weiter Personal finden», sagt sie. Nur etwa die Hälfte der Zuwanderer arbeite überhaupt, während lediglich ein kleiner Teil gesuchte Fachkräfte seien.
Die SVP-Politikerin argumentiert, die heutige Nettozuwanderung verursache hohe Kosten für Infrastruktur, Schulen, Spitäler, Sicherheit und Sozialhilfe. Die Bevölkerung der Schweiz sei in den vergangenen zwölf Jahren um mehr als eine Million Menschen gewachsen. Dies überfordere das Land zunehmend.
Zugleich kritisiert Martullo-Blocher die geplanten Verträge zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Diese würden ihrer Ansicht nach die Zuwanderung weiter erhöhen. Sie spricht von einem «2200-Seiten-Vertragswerk» mit umfangreichen Regulierungen und warnt vor zusätzlichen Verpflichtungen für die Schweiz.
Die Ems-Chefin betont, ihr Unternehmen profitiere nicht wegen einer Übernahme von EU-Recht vom europäischen Markt, sondern wegen der Wettbewerbsfähigkeit seiner Produkte. Die Schweiz verfüge über einfachere und pragmatischere Regeln als die EU.