US-Präsident Donald Trump sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert, er könnte während seiner Amtszeit von vertraulichen Informationen für private Aktiengeschäfte profitiert haben. Grundlage der Debatte sind veröffentlichte Finanzangaben sowie Recherchen des US-Senders CNN, die auf zeitliche Überschneidungen zwischen Trumps Wertpapierkäufen und späteren öffentlichen Ankündigungen des Präsidenten hinweisen.
Necati Savas/Keystone
Gemäss dem Bericht weist Trumps Finanzoffenlegung für das Jahr 2025 Einnahmen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar aus Kryptowährungen und Einzelaktien aus. Besonders im Fokus steht ein Aktienkauf vom 18. August 2025. Trump soll damals Beteiligungen an Apple, Microsoft und Nvidia im Wert von jeweils zwischen 5 und 25 Millionen Dollar erworben haben. Kurz darauf veröffentlichte er auf seiner Plattform Truth Social Informationen über einen Chip-Deal von Nvidia, der den Aktienkurs beeinflusst haben soll. Ein direkter Nachweis, dass dabei gegen geltendes Recht verstossen wurde, liegt nach den vorliegenden Informationen nicht vor.
Für zusätzliche Kritik sorgen Auswertungen von CNN. Demnach hat Trump auf Truth Social mehr als zwanzig Unternehmen beworben, wenige Tage nachdem er selbst Aktien dieser Firmen gekauft hatte. Gleichzeitig habe er politische Massnahmen angekündigt, von denen diese Unternehmen profitieren könnten. Kritiker sehen darin zumindest den Anschein eines Interessenkonflikts.
Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff äusserte sich gegenüber der Bild scharf. «Das Ausmass der offenen Korruption Trumps und seiner Regierung ist unfassbar», sagte der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds. Kathleen Clark, Professorin an der Washington University School of Law, kritisierte zudem Pläne für einen kostenpflichtigen Frühzugang zu Beiträgen auf Truth Social. Dadurch könnten Nutzer präsidentielle Mitteilungen Sekunden vor der breiten Öffentlichkeit erhalten und daraus an den Finanzmärkten Vorteile ziehen. Sie sprach von einer «unangemessenen Ausnutzung staatlicher Macht, um sich selbst zu bereichern».
Trump selbst weist den Vorwurf persönlicher Bereicherung regelmässig zurück. Ob die geschilderten Vorgänge rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, bleibt vorerst offen.