Die Zerstörung und eingeschränkte Produktion russischer Raffinerien verschärfen nach Einschätzung von Marktbeobachtern die Lage auf dem europäischen Kraftstoffmarkt und treiben die Dieselpreise. Dies geht aus einer Analyse des Energiemarkt-Datenanbieters Kpler hervor, wie ntv berichtet. Demnach liegt das grösste Risiko für die Kraftstoffversorgung derzeit weniger in der Rohölversorgung als in fehlenden Raffineriekapazitäten.
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Nach Angaben von Kpler und der Marktanalysefirma Argus Media sind die Lagerbestände für Diesel, Benzin und Kerosin in Europa in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Gleichzeitig hätten ukrainische Drohnenangriffe die Produktion in russischen Raffinerien beeinträchtigt. Hinzu komme ein von Russland angekündigtes Exportverbot für Diesel. Laut Argus-Media-Analystin Sarah Raffoul dürften die Störungen in russischen Raffinerien die Dieselversorgung stärker beeinflussen als die Entwicklungen im Nahen Osten.
Obwohl Europa keinen Diesel mehr aus Russland importiert, wirken sich die geringeren russischen Exporte indirekt auf den Markt aus. Länder wie Brasilien, die Türkei und Staaten Nordafrikas müssen sich nach alternativen Lieferanten umsehen und konkurrieren dabei mit europäischen Abnehmern. Nach Angaben von Argus Media gingen die russischen Diesel-Ausfuhren bereits im Juni um mehr als 60 Prozent zurück.
Die Raffineriemargen für Diesel in Europa stiegen nach dem angekündigten russischen Exportverbot auf ein Rekordniveau.