Vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa sind bei einem Raketenangriff auf ein ziviles Frachtschiff nach ukrainischen Angaben fünf Menschen ums Leben gekommen. Die ukrainische Marine erklärte, russische Streitkräfte hätten den unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrenden Frachter «Golden Leo», der einer türkischen Reederei gehöre, mit drei Marschflugkörpern angegriffen. Das Schiff habe eine Getreideladung transportiert und das Kampfgebiet verlassen.
Michael Shtekel/AP/Keystone
Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden acht Besatzungsmitglieder gerettet und in Spitäler nach Odessa gebracht. Fünf weitere Crewmitglieder galten zunächst als vermisst, die Such- und Rettungsarbeiten dauerten an. Den Angaben zufolge trafen drei Marschflugkörper der Typen Ch-59 beziehungsweise Ch-69 die Steuerbordseite des Aufbaus. An Bord brach ein Feuer aus. Die ukrainische Marine sprach von einem gezielten Angriff auf ein unbewaffnetes ziviles Schiff und warf Russland einen schweren Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht vor.
Der Angriff erfolgte wenige Stunden nach einer weiteren Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine. Nach ukrainischen Angaben wurden in der Nacht mehr als 40 Raketen und 120 Drohnen gegen Ziele im Land eingesetzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff auf Kiew als einen der schwersten ballistischen Angriffe seit Beginn des Krieges. Nach offiziellen Angaben kam dabei mindestens ein Mensch ums Leben, 16 weitere wurden verletzt. Wohnhäuser sowie Teile der Infrastruktur wurden beschädigt.
Bereits am Vortag war Odessa Ziel russischer Raketenangriffe. Nach ukrainischen Behörden starben dabei mindestens zwei Menschen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffe hätten Frachtschiffe getroffen, die angeblich Güter für die ukrainischen Streitkräfte transportiert hätten.