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Ukraine-Krieg: Kreml spricht erstmals von «echtem Krieg»

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Ukraine-Krieg: Kreml spricht erstmals von «echtem Krieg»
Ukraine-Krieg: Kreml spricht erstmals von «echtem Krieg»
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Der Kreml bezeichnet den Krieg gegen die Ukraine erstmals ausdrücklich als «echten Krieg» und weicht damit von der seit Beginn der Invasion verwendeten Bezeichnung einer «militärischen Spezialoperation» ab. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte im russischen Staatsfernsehen, der Konflikt habe sich zu einem Krieg entwickelt, weil westliche Staaten die Ukraine militärisch und nachrichtendienstlich unterstützten.

ALEXANDER KAZAKOV/SPUTNIK/KREMLI / KEYSTONE
Kremlsprecher Dmitri Peskow in Peking
ALEXANDER KAZAKOV/SPUTNIK/KREMLI / KEYSTONE

Peskow begründete den Sprachwechsel mit der umfassenden Hilfe aus den USA und mehreren europäischen Staaten. Diese unterstützten Kiew unter anderem mit Aufklärung, Zielerfassung und Waffenlieferungen. Aus russischer Sicht sei der Konflikt deshalb nicht mehr auf die ursprüngliche Militäroperation beschränkt. Die Erklärung fällt in eine Phase anhaltend schwerer russischer Luftangriffe auf ukrainische Städte sowie kurz vor dem Nato-Gipfel.

Der österreichische Militärexperte Markus Reisner wertet die neue Wortwahl als bedeutendes Signal. Im Interview mit NTV sagte der Oberst des Bundesheeres, die Formulierung sei vor dem Hintergrund der russischen Militärdoktrin von besonderer Tragweite. Russland unterscheide zwischen lokalen, regionalen, grossen und globalen Kriegen. Mit der Einstufung als Krieg sende Moskau insbesondere an die Vereinigten Staaten das Signal, dass der Kreml bereit sei, den Konflikt weiter zu eskalieren. Reisner verwies darauf, dass in russischen Militärkreisen bereits über Schwellen für einen möglichen Einsatz von Nuklearwaffen diskutiert werde.

Nach Einschätzung des Experten bleibt Russland trotz hoher eigener Verluste militärisch in der Offensive. Präsident Wladimir Putin gehe davon aus, den Druck auf die ukrainischen Streitkräfte aufrechterhalten und weitere Geländegewinne im Donbass erzielen zu können. Gleichzeitig verschärfe sich die Lage für die Ukraine durch Engpässe bei der Luftverteidigung, insbesondere bei Patriot-Abfangraketen.

Unterdessen meldete das britische Verteidigungsministerium neue Schutzmassnahmen der russischen Schwarzmeerflotte. Satellitenaufnahmen aus dem Hafen Noworossijsk zeigen demnach, dass Russland mehrere U-Boote der Kilo-Klasse mit speziellen Schutzkäfigen gegen ukrainische Drohnen ausgerüstet hat. Der Hafen hat seit dem weitgehenden Rückzug der Schwarzmeerflotte aus Sewastopol erheblich an Bedeutung gewonnen und war wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe mit See- und Luftdrohnen.

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