Laut einer brisanten Analyse, die im Umfeld der renommierten Harvard Kennedy School entstanden ist, befindet sich die Ukraine in einer zunehmend aussichtslosen Lage.
Der Krieg gegen Russland sei längst zu einem Abnutzungskrieg geworden. In dieser Art von Konflikt zählen nicht Geländegewinne, sondern die Fähigkeit, Verluste zu ersetzen und Ressourcen klug zu managen.
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Russland hat sich laut der Analyse auf diese Realität eingestellt, baut seine Truppenstärke monatlich aus – auch mithilfe von Freiwilligen, Rückkehrern und Unterstützung aus Nordkorea und Iran – und profitiert von einer gewachsenen militärischen Industrie.
Die russische Armee umfasst inzwischen rund 1,5 Millionen ausgebildete Soldaten. Zwar leide die russische Kommandostruktur unter Korruption und Inkompetenz, doch auf dem Feld verschaffe der stetige Zufluss von Personal und Material der russischen Seite einen wachsenden Vorteil.
Die Ukraine hingegen habe in entscheidenden Momenten Symbolpolitik über militärische Vernunft gestellt. Die verlustreichen Schlachten von Bachmut und Krynky, in denen Zehntausende ukrainische Soldaten starben, hätten die Kampfkraft schwer geschwächt. Immer mehr neue Rekruten seien unmotiviert oder desertierten gar. Zudem sei das westliche Waffenarsenal weitgehend erschöpft.
Die Konsequenz laut der Analyse: Wenn die Ukraine jetzt keine Feuerpause erreiche, drohe in sechs bis zwölf Monaten der Zusammenbruch der Front. Verhandlungen über einen Frieden wären dann nur noch aus einer Position der Schwäche möglich.
Die USA, so die Analyse, scheinen sich mit Verweis auf Harvard-nahe Einschätzungen bereits von der Maxime «so lange wie nötig» zu verabschieden und streben eine rasche diplomatische Lösung an – notfalls zu russischen Bedingungen. Die EU hingegen halte an Durchhalteparolen fest, obwohl die militärische Realität längst dagegenspreche.
Ein russischer Sieg könnte, so das Fazit, das Ende der westlich dominierten Weltordnung einläuten – mit unabsehbaren wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen.