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Turbulenter Auftakt: Britische Linkspartei Your Party startet mit Führungsstreit, Ausschlüssen und Finanzwirbel

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Turbulenter Auftakt: Britische Linkspartei Your Party startet mit Führungsstreit, Ausschlüssen und Finanzwirbel
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Unter der Doppelspitze von Jeremy Corbyn und Zarah Sultana hat die neue britische Linkspartei Your Party am Wochenende in Liverpool ihre Gründungskonferenz abgehalten. Die Delegierten sprachen sich dabei für eine kollektive Parteiführung aus – ein klarer Sieg für Sultana, die dieses Modell favorisierte. Corbyn hingegen hatte sich zuvor offen für eine Einzelspitze gezeigt und seine Bereitschaft zur Kandidatur signalisiert.

PA Wire/PA Images
Jeremy Corbyn and Zarah Sultana take part in a discussion on Your Party, their new political party, at The World Transformed conference, at Niamos Radical Arts Centre in Hulme, Manchester
PA Wire/PA Images

Doch das Ringen um das Führungsmodell offenbarte nur einen Teil der innerparteilichen Spannungen. Wie das Magazin Politico berichtet, blieb Sultana dem ersten Konferenztag demonstrativ fern – aus Protest gegen den Ausschluss mehrerer Delegierter. Ihnen wurde eine Nähe zu anderen linken Gruppen wie der trotzkistischen Socialist Workers’ Party vorgeworfen. Die Parteiführung verteidigte das Vorgehen mit Verweis auf interne Statuten: Um die Integrität der neuen Bewegung zu wahren, dürften Mitglieder keiner anderen registrierten Partei angehören. Allerdings stellte sich im Nachgang heraus, dass die Socialist Workers’ Party gar nicht offiziell registriert ist – ein Umstand, der die Debatte zusätzlich befeuerte. Sultana sprach von einer «Hexenjagd» und forderte eine offenere Parteikultur: «Die neue Partei muss alle Sozialisten willkommen heissen.»

Auch ein offener Finanzstreit überschattete die Konferenz: Sultana hatte im Sommer rund 800.000 Pfund an Mitgliedsbeiträgen gesammelt. Kritiker warfen ihr vor, Teile der Gelder zurückzuhalten. Ihre Sprecherin betonte hingegen, 600.000 Pfund seien bereits überwiesen worden, der Rest werde folgen. Corbyn erklärte, man habe zeitweise sogar Kredite in Erwägung ziehen müssen, um die Konferenz überhaupt zu ermöglichen.

Die Spannungen gipfelten darin, dass Sultana im neugewählten Übergangsgremium der Partei nicht vertreten ist. Während sie selbst von einem «Ausschluss» sprach, stellte die Parteiführung dies als «freiwilligen Rückzug» dar. Selbst Unterstützer wie die prominente Abgeordnete Claudia Webbe warnen inzwischen vor einem drohenden Bruch: «Niemand wählt eine zerstrittene Partei.» Ob sich Your Party unter diesen Voraussetzungen als glaubwürdige linke Alternative im britischen Parteienspektrum etablieren kann, bleibt abzuwarten.

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