Israel hat in der Nacht zum Montag erneut Ziele im Iran angegriffen und damit die jüngste Eskalation zwischen den beiden Staaten weiter verschärft. Die israelischen Streitkräfte bestätigten Luftangriffe auf militärische Einrichtungen im Westen und im Zentrum des Landes. Zuvor hatte der Iran nach eigenen Angaben mehrere Raketen auf Israel abgefeuert.
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Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden erfolgten die israelischen Angriffe mit aus der Luft gestarteten ballistischen Raketen. Das staatliche Fernsehen meldete Explosionen in Teheran, Isfahan, Karadsch und Täbris. Gleichzeitig berichteten iranische Medien über neue Raketenangriffe auf israelische Ziele. Die gegenseitigen Attacken markieren die schwerste Zuspitzung seit der im April vereinbarten Waffenruhe.
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Entwicklung wegen der Rolle der USA. US-Präsident Donald Trump hatte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nach Angaben amerikanischer und israelischer Beamter ausdrücklich aufgefordert, auf einen Gegenschlag zu verzichten. Trump begründete dies mit laufenden Verhandlungen über ein mögliches Abkommen mit Teheran und warnte vor einer erneuten Eskalationsspirale. Dennoch entschied sich Israel für militärische Vergeltungsmassnahmen.
Die iranische Führung macht Washington für die jüngsten Entwicklungen mitverantwortlich. Das Aussenministerium in Teheran erklärte, die Vereinigten Staaten trügen als Mitgarant der Waffenruhe Verantwortung für Israels Vorgehen und müssten auch die Folgen einer weiteren Eskalation tragen. Gleichzeitig laufen Vermittlungsbemühungen weiter. Die Aussenminister des Iran und Katars berieten am Montag über mögliche Schritte zur Stabilisierung der Lage und über die Fortsetzung diplomatischer Gespräche.
Die Auswirkungen des Konflikts werden auch im zivilen Bereich sichtbar. Der Iran schloss die Flughäfen in Teheran sowie mehrere weitere Flughäfen im Westen des Landes auf unbestimmte Zeit. Zudem meldeten die Huthi-Milizen im Jemen einen Raketenangriff auf Israel und drohten mit weiteren Angriffen auf den Schiffsverkehr im Roten Meer.
Ob die jüngsten Angriffe die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran endgültig gefährden, bleibt offen. Beobachter sprechen jedoch von der grössten Belastungsprobe für die Waffenruhe seit deren Inkrafttreten im Frühjahr.