Die internationale Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine hat in Danzig ohne den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj begonnen. An seiner Stelle führt Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko die ukrainische Delegation an. Hintergrund ist ein diplomatischer Konflikt zwischen Kiew und Warschau, nachdem Selenskyj eine ukrainische Militäreinheit nach Kämpfern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) benannt hatte. Das berichtet Euractiv.
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An der Konferenz nehmen Delegationen aus mehr als fünfzig Staaten sowie Vertreter von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen teil. Ziel ist es, konkrete Projekte für den Wiederaufbau der Ukraine auf den Weg zu bringen. Nach Angaben der polnischen Regierung liegen rund 200 bilaterale und internationale Vereinbarungen und Verträge unterschriftsbereit vor. Polens Vize-Entwicklungsminister Michał Baranowski betonte jedoch, der eigentliche Wiederaufbau beginne erst, «wenn Drohnen und Bomben aufhören zu fliegen, wenn Kanonen nicht mehr schiessen». Gleichzeitig beginne der Wiederaufbau aber bereits jetzt.
EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, dass eine erste Tranche des neuen EU-Kredits über insgesamt 90 Milliarden Euro auf dem Weg nach Kiew sei. Zugleich bekräftigte sie, der EU-Beitritt der Ukraine bleibe leistungsabhängig, werde bei weiteren Reformen aber Realität. EU-Rats-Präsident António Costa erklärte, nur die Ukraine selbst könne über einen künftigen Frieden entscheiden: «Nur Ukrainer können im Namen der Ukraine sprechen.»
Bundeskanzler Friedrich Merz rief Russland zu Verhandlungen auf. «Heute senden wir eine klare Botschaft an Russland», sagte er. «Es ist an der Zeit, Verhandlungen aufzunehmen, um die Frontlinie einzufrieren und das Töten zu beenden.»