Der Bundesparteitag der AfD hat am Samstag in Erfurt trotz umfangreicher Proteste und Blockaden planmässig begonnen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich am Vormittag rund 20.000 Menschen an den Gegenkundgebungen. Im Vorfeld waren mehr als 30 Demonstrationen angemeldet worden. Die Polizei hatte mit bis zu 50.000 Teilnehmern gerechnet und rund 6.000 Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet mobilisiert.
Katharina Kausche/DPA/Keystone
Bereits in den frühen Morgenstunden blockierten Demonstranten Strassen und Zufahrten zum Messegelände. Auf dem Gothaer Platz versammelten sich mehrere Hundert Menschen, einige klebten sich an Tramgleisen fest. Zeitweise wurde auch die Autobahn A71 aus Sicherheitsgründen gesperrt. Nach Polizeiangaben kam es vereinzelt zu Zwischenfällen. Ein AfD-Bürgerbüro sowie Einsatzkräfte seien mit Feuerwerk und Farbbeuteln angegriffen worden. Zudem sei Pfefferspray eingesetzt worden.
Trotz der Proteste trafen die Delegierten rechtzeitig ein, sodass der Parteitag ohne Verzögerung beginnen konnte. Parteichef Tino Chrupalla eröffnete die Versammlung.
Das Protestbündnis «Widersetzen» wertete die Aktionen als Erfolg. Man habe zentrale Zufahrtswege blockiert und ein deutliches Zeichen gegen die Partei gesetzt. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatte im Vorfeld erklärt, friedliche Proteste seien legitim, die Verhinderung des Parteitags sei jedoch rechtswidrig. Ein zuvor verfügtes Versammlungsverbot auf wichtigen Zufahrtsstrassen war am Freitagabend aufgehoben worden.
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