Im Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg feiert am Samstag das Stück «Hope stirbt zuletzt» Premiere. Regisseur Alexander Klessinger verarbeitet darin die Geschichte des Buckelwals Timmy, dessen Strandungen an der Ostseeküste und spätere Rettung im Frühjahr bundesweit für Aufsehen sorgten. Wenige Tage nach seiner Freilassung in dänischen Gewässern wurde das Tier tot aufgefunden.
Florian Manz/Keystone
Wie die Bild-Zeitung berichtet, versteht Klessinger den Wal als Symbol für die Dynamik von Medien, Politik und öffentlicher Aufmerksamkeit. Er habe den Eindruck gewonnen, dass es irgendwann «gar nicht mehr um den Wal ging», sondern Timmy zur Projektionsfläche für Hoffnungen, Ängste und politische Botschaften geworden sei.
Das Stück zeichnet die Ereignisse vom Auftauchen des Buckelwals bis zur Rettungsaktion nach. Die Inszenierung ist als eine Art Messe rund um einen Altar angelegt, auf dem Timmy symbolisch wie ein Heiliger dargestellt wird. Grundlage sind Zitate aus Medienberichten, Interviews und Beiträgen in sozialen Netzwerken. Der Wal tritt zudem in einem aufblasbaren Kostüm singend auf und kommentiert das Geschehen.
Zum Abschluss ist eine Podiumsdiskussion zum Thema Tierschutz geplant. Daran beteiligt sich unter anderem die Tierärztin Kirsten Tönnies, die an der Rettungsaktion für Timmy mitgewirkt hatte. Nach Angaben des Regisseurs soll die Diskussion unterschiedliche Positionen zum Umgang mit dem Fall aufgreifen.