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Telegraph: «Deutschland sieht sich mit der grössten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert»

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Telegraph: «Deutschland sieht sich mit der grössten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert»
Telegraph: «Deutschland sieht sich mit der grössten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert»
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Deutschland steckt nach Einschätzung des britischen Telegraph in der schwersten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Begründet wird diese Einschätzung mit anhaltender wirtschaftlicher Stagnation, steigender Inflation und einem zunehmenden Verlust von Vertrauen in Politik und Institutionen. Als zentrale Grundlage verweist der Kommentator auf die Prognosen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE
Bundeskanzler Friedrich Merz mit Ehefrau Charlotte am Flughafen Berlin-Brandenburg
MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE

Die fünf Wirtschaftsweisen erwarten für Deutschland im laufenden Jahr lediglich ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent, 2027 sollen es 0,8 Prozent sein. Gleichzeitig rechnen sie für 2026 mit einer Inflationsrate von 3 Prozent. Im Text ist die Rede von einer «Stagflation», Parallelen zum wirtschaftlichen Niedergang Grossbritanniens vor den Reformen der 1980er Jahre werden gezogen.

Bundeskanzler Friedrich Merz sei mit dem Versprechen angetreten, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, heisst es im Telegraph. Zwar habe seine Regierung Reformen zur Begrenzung der Sozialausgaben, zur Stabilisierung der Staatsfinanzen und zur Anhebung des Rentenalters eingeleitet. Gleichzeitig belaste jedoch eine Reihe externer Faktoren die deutsche Wirtschaft. Genannt werden unter anderem der verschärfte internationale Wettbewerb aus China, amerikanische Zölle, dauerhaft höhere Energiepreise nach dem Wegfall russischer Gaslieferungen sowie strukturelle Schwächen des exportorientierten Wirtschaftsmodells.

Kritisch beurteilt der Autor zudem die Innovationskraft der deutschen Industrie. Familienunternehmen seien zwar häufig erfolgreich, investierten aber zu wenig in Zukunftsbranchen wie künstliche Intelligenz oder Raumfahrt. Auch in der Rüstungsindustrie fehle es nach seiner Einschätzung an Agilität.

Die wirtschaftliche Entwicklung habe auch politische Folgen: Vor allem in Ostdeutschland gewinne die AfD weiter an Zustimmung. Darin sieht der Telegraph einen Ausdruck wachsender Unzufriedenheit über wirtschaftliche Unsicherheit und sinkendes Vertrauen in die etablierten Parteien. Sollte Deutschlands wirtschaftliche Stärke weiter nachlassen, drohten nach seiner Einschätzung nicht nur innenpolitische Verwerfungen, sondern auch erhebliche Folgen für die Stabilität der Europäischen Union.

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