Die deutsche Bundesregierung will die Tabaksteuer auf Zigarren und Zigarillos massiv erhöhen. Nach einer Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums soll der Steueranteil von bisher 1,47 auf 21,05 Prozent des Verkaufspreises steigen. Damit würde die Belastung für Zigarren um mehr als 1.300 Prozent zunehmen.
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Der Vorstoss geht auf die schwarz-rote Koalition zurück. Das Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil begründet die Anpassung mit der bislang vergleichsweise niedrigen Besteuerung von Zigarren. Zudem verweist die Bundesregierung auf den Jugend- und Gesundheitsschutz. Gleichzeitig soll die Reform dazu beitragen, zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt zu erzielen. Nach den Berechnungen der Regierung soll allein die verschärfte Besteuerung von Zigarren und Zigarillos dem Bund ab 2027 jährlich rund 750 Millionen Euro zusätzlich einbringen. Über alle Tabakprodukte hinweg werden bis 2030 Mehreinnahmen von mehr als 4,4 Milliarden Euro erwartet.
Für Konsumenten dürften die Auswirkungen deutlich spürbar werden. Nach Berechnungen der Branche würde die Tabaksteuer auf einer Zigarre im Wert von zehn Euro von heute rund 16 Cent auf gut zwei Euro steigen. Einschliesslich Mehrwertsteuer und Handelsaufschlägen könnte sich der Verkaufspreis auf rund 16 Euro erhöhen. Auch Zigaretten, Feinschnitttabak, Pfeifentabak und E-Liquids sollen teurer werden, allerdings fällt die Steuererhöhung bei keinem anderen Tabakprodukt so stark aus.
Die Tabakbranche warnt vor erheblichen Folgen. Der Bundesverband der Zigarrenindustrie verweist auf 22 mittelständische Betriebe mit sieben Produktionsstandorten und rund 1.600 tarifgebundenen Arbeitsplätzen in Deutschland. Hinzu kämen mehrere tausend Stellen bei Zulieferern und im Fachhandel. Branchenvertreter bezweifeln zudem die Einnahmeprognosen der Regierung und rechnen mit sinkenden Verkaufszahlen sowie einer Belastung für Hersteller und Fachgeschäfte.