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Studie zeigt: Russlands Finanz-Reserven schrumpfen

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Russlands finanzielle Reserven sind laut einer neuen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Stockholm Institute of Transition Economics seit Beginn des Ukraine-Kriegs massiv geschrumpft, schreibt die Zeitung Die Welt. Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass die russische Wirtschaft nach mehr als vier Jahren Krieg zunehmend Anzeichen struktureller Erschöpfung zeigt.

Sputnik
Russian President Vladimir Putin leads a cabinet meeting via videoconference at the Novo-Ogaryovo state residence outside Moscow, Wednesday, June 10, 2026
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Nach Angaben der Autoren sanken die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf nur noch 1,8 Prozent. Gleichzeitig überstieg das Haushaltsdefizit bereits im ersten Quartal das Defizitziel der Regierung für das gesamte Jahr. Die Einnahmen aus Öl- und Gasexporten, eine zentrale Finanzierungsquelle des Staates, brachen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 45 Prozent ein.

«In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten. Doch nun sind die Reserven aufgebraucht», erklärte IfW-Präsident Moritz Schularick. «Die wirtschaftlichen Grundlagen haben sich deutlich abgeschwächt.»

Die Studie verweist darauf, dass Moskau die steigenden Militärausgaben zunehmend über ausserbudgetäre Finanzierungen, eine rasche Ausweitung der Kreditvergabe und indirekte Unterstützung durch das Bankensystem absichert. Die Verschuldung russischer Unternehmen sei seit Kriegsbeginn deutlich gestiegen, weil Kapital verstärkt in kriegsrelevante Branchen gelenkt werde.

Als grösste Herausforderung identifizieren die Autoren jedoch nicht den Zugang zu Geld, sondern den Mangel an Arbeitskräften, Technologie und Produktionskapazitäten. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem Rekordtief, während Sanktionen den Zugang zu westlicher Technologie erschweren. Zusätzliche Staatsausgaben könnten deshalb zunehmend Inflation erzeugen, ohne die militärische Leistungsfähigkeit entscheidend zu erhöhen.

Zugleich wächst laut Studie die wirtschaftliche Abhängigkeit Russlands von China. Die Volksrepublik steht inzwischen für rund 35 Prozent des russischen Aussenhandels und liefert den grossen Teil jener zivilen und militärisch nutzbaren Güter, die trotz westlicher Sanktionen ins Land gelangen. Nach Einschätzung der Autoren stärkt dies Pekings Einfluss auf Moskau erheblich.

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