Religiöse Konflikte gewinnen an Berliner Schulen an Bedeutung. Dies geht aus dem ersten «Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer» hervor, das Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) vorgestellt hat. Für die Studie wurden rund 14.000 Schülerinnen und Schüler sowie 2579 Lehrkräfte befragt. Demnach sagt jeder zehnte Schüler der Klassen neun bis zwölf, bestimmte religiöse Vorschriften etwa zu Kleidung oder Ernährung einhalten zu wollen. 40 Prozent der muslimischen Neuntklässler gaben an, religiöse Regeln sollten Vorrang vor Schulregeln haben. Bei christlichen Schülerinnen und Schülern lag dieser Anteil bei 33 Prozent, bei konfessionslosen Jugendlichen bei 19 Prozent.
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Nach Angaben der Studie spielt Religion inzwischen bei 7 Prozent aller Gewaltvorfälle an Berliner Schulen eine Rolle. Häufigere Konfliktursachen bleiben jedoch Aussehen oder Kleidung, schulische Leistungen sowie die Herkunft. Antisemitismus wird von rund einem Drittel der Lehrkräfte als grosses Problem eingestuft, Islamismus von jedem Vierten.
Insgesamt sehen 57 Prozent der Lehrkräfte Gewalt und Konflikte als grosses Problem an ihrer Schule. 61 Prozent berichten von einer Zunahme der Gewalt seit der Corona-Pandemie. Jeder sechste Schüler ab der neunten Klasse fühlt sich nach eigenen Angaben an seiner Schule unsicher.