Der weltweite Wasser- und Stromverbrauch von KI-Rechenzentren dürfte bis 2030 massiv ansteigen. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht der Universität der Vereinten Nationen (UNU), der vor den wachsenden Umweltkosten der künstlichen Intelligenz warnt. Dies berichtet der Standard.
Laut den Studienautoren könnte der Wasserbedarf aller KI-Rechenzentren bis zum Ende des Jahrzehnts ein Ausmass erreichen, das dem jährlichen Wasserbedarf von rund 1,3 Milliarden Menschen entspricht – etwa der Bevölkerung Subsahara-Afrikas. Gleichzeitig könnte der Stromverbrauch aller Rechenzentren weltweit auf mehr als 945 Terawattstunden pro Jahr steigen. Das entspräche knapp 3 Prozent des globalen Elektrizitätsverbrauchs.
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Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die rasante Verbreitung generativer KI-Anwendungen wie ChatGPT, Claude oder KI-gestützte Suchmaschinen. Nach Schätzungen des Berichts entfallen derzeit rund 20 Prozent des Stromverbrauchs von Rechenzentren auf KI-Anwendungen. Bis 2030 könnte dieser Anteil auf 40 Prozent steigen. Der Strombedarf der KI-Systeme allein würde dann rund 378 Terawattstunden pro Jahr erreichen – etwa das Fünf- bis Sechsfache des heutigen österreichischen Jahresstromverbrauchs.
Auch die CO₂-Bilanz fällt erheblich aus. Je nach Energiequelle könnten die Emissionen der Rechenzentren bis 2030 auf rund 400 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente anwachsen. Das entspräche ungefähr dem jährlichen Treibhausgasausstoss des Vereinigten Königreichs. Interessant: Die Schweiz gehört zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Rechenzentren. Am meisten stehen in den USA; 2025 verfügte Amerika über mehr als 4100.
Die Studie verweist zudem auf den steigenden Ressourcenbedarf einzelner KI-Anwendungen. Eine KI-gestützte Suchanfrage könne bis zu zehnmal mehr Energie benötigen als eine herkömmliche Internetsuche. Hinzu komme der enorme Energieaufwand für das Training grosser Sprachmodelle.
Die Autoren betonen, die Studie sei kein Plädoyer gegen künstliche Intelligenz. Vielmehr gehe es darum, die technologische Entwicklung innerhalb ökologischer Grenzen zu halten. «Wir haben nur ein kleines Zeitfenster, um sicherzustellen, dass sich das Rückgrat der technologischen Revolution unserer Zeit innerhalb der Grenzen unseres Planeten entwickelt», erklärte Studienautor Kaveh Madani dem Standard.