Die grössten Tropenbäume könnten widerstandsfähiger gegen Trockenheit sein als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine am 2. Juli in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie unter Leitung von Paulo Bittencourt von der Cardiff University. Die Forscher untersuchten Dipterocarpaceen im Regenwald auf Borneo und fanden spezielle Anpassungen, die den Wassertransport auch bei grosser Höhe aufrechterhalten.
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Lange galt die Annahme, dass sehr hohe Bäume wegen des schwierigen Wassertransports vom Boden bis in die Baumkrone besonders anfällig für Dürre seien. Die Wissenschaftler untersuchten 2022 insgesamt 38 Bäume und beobachteten das Wachstum von 27 Exemplaren bis 2024. Dabei zeigte sich, dass die wasserleitenden Gefässe im Stamm mit zunehmender Höhe stärker verbreitert sind als bei kleineren Bäumen. Dadurch wird der Widerstand beim Wassertransport verringert.
Zudem wiesen die Blätter in den höchsten Kronenbereichen höhere Konzentrationen sogenannter Osmolyte auf. Diese Stoffe helfen Pflanzenzellen, ihren Wasserhaushalt auch bei Trockenheit aufrechtzuerhalten. Während einer sechsmonatigen Dürrephase ab Dezember 2023 fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen der Baumhöhe und einer geringeren Wachstumsrate.
Nach Angaben der Autoren speichern die grössten 1 Prozent aller Bäume mehr als die Hälfte des in den Wäldern gebundenen Kohlenstoffs. Die neuen Erkenntnisse könnten deshalb auch Auswirkungen auf Klimamodelle haben, in denen bislang häufig angenommen wird, dass besonders grosse Bäume von zunehmenden Dürren überdurchschnittlich stark betroffen sind.