Studenten an Hochschulen verfügen laut einer Analyse des britischen Magazins The Economist zunehmend über grundlegende Lese- und Mathematikkenntnisse auf Primarschulniveau. Grundlage sind Daten der OECD sowie Berichte von Universitäten in mehreren Ländern.
An der University of California warnen mehr als 1800 Dozenten in einem offenen Brief, dass Studienanfänger immer häufiger ohne ausreichende mathematische Grundkenntnisse an die Hochschule kämen. In Einführungskursen müssten Dozenten inzwischen Stoff aus der Mittelstufe nachholen. Auch an der Harvard University berichten Professoren von sinkender Lesekompetenz und einer nachlassenden Fähigkeit, längere und anspruchsvolle Texte zu erfassen.
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Die OECD testete 2024 rund 160.000 Menschen in mehreren Industrieländern. Nach einer Auswertung für Studierende unter 35 Jahren erreichen im Durchschnitt 8 Prozent in Lesen und Mathematik lediglich ein Kompetenzniveau, das etwa dem eines Zehnjährigen entspricht. Gegenüber der letzten Erhebung vor gut zehn Jahren hat sich der Anteil besonders schwacher Leser mehr als verdoppelt. Besonders gut schneiden Studierende in Estland ab, deutlich schlechter jene in den USA. Deutschland liegt im OECD-Vergleich im Mittelfeld.
Als Ursachen nennt The Economist Lernrückstände durch die Corona-Pandemie, seit Jahren sinkende Leistungen an den Schulen, veränderte Zulassungspraxis an Hochschulen sowie eine zunehmende Noteninflation. Hinzu komme der wachsende Einsatz von künstlicher Intelligenz. Gemäss einer britischen Umfrage nutzen bereits 94 Prozent der Studierenden KI für benotete Arbeiten. Fast jeder achte gibt an, KI-generierte Texte unverändert einzureichen. Experten warnen, Hochschulen könnten Leistungsanforderungen zunehmend absenken, statt auf die schlechtere Vorbereitung vieler Studierender zu reagieren.