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Streit um historische Verbrechen: Selenskyj sagt Teilnahme an Wiederaufbaukonferenz in Polen ab

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Streit um historische Verbrechen: Selenskyj sagt Teilnahme an Wiederaufbaukonferenz in Polen ab
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist nicht zur Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine nach Danzig und verzichtet damit auf einen Auftritt bei einem der wichtigsten internationalen Treffen zum Wiederaufbau des Landes. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko teilte auf Telegram mit, dass sie die Delegation Kiews bei der gemeinsam mit Polen organisierten Konferenz am Donnerstag und Freitag anführen werde.

Valda Kalnina/EPA/Keystone
Wolodymyr Selenskyj an einer Medienkonferenz (Archivbild)
Valda Kalnina/EPA/Keystone

Die Absage erfolgt vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Konflikts zwischen Polen und der Ukraine über die historische Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs. Beide Staaten gelten seit Beginn des russischen Angriffskriegs als enge Verbündete. Der Streit um historische Fragen belastet jedoch zunehmend die politischen Beziehungen und greift inzwischen auf weitere Bereiche der Zusammenarbeit über.

Auslöser der jüngsten Spannungen war die Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit nach Kämpfern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA). Die UPA wird in Polen für Massaker an Zehntausenden Polen im damaligen Wolhynien verantwortlich gemacht. Die Ehrung löste in Warschau scharfe Kritik aus. Polens Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskyj daraufhin einen polnischen Orden. Ukrainische Politiker reagierten mit der Rückgabe polnischer Auszeichnungen. Seither verschärfte sich der Ton zwischen beiden Seiten deutlich.

Der Konflikt hat auch eine innenpolitische Dimension. Die Wiederaufbaukonferenz wird von der Regierung des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk organisiert. Nawrocki, der dem nationalkonservativen Lager zugerechnet wird, nutzt die Debatte über die Ukraine zunehmend für innenpolitische Auseinandersetzungen. Beobachter verweisen zudem auf eine wachsende Ukraine-Müdigkeit in Teilen der polnischen Bevölkerung.

Wie die Zeitung Die Welt berichtet, riefen bereits mehrere führende Medien in Polen und der Ukraine beide Seiten zur Mässigung auf. In einem gemeinsamen Appell forderten sie die politischen Verantwortlichen auf, nach einer Verständigung und einem Ausweg aus der Krise zu suchen. Der Streit spiele letztlich vor allem Russland in die Hände. Trotz der aktuellen Spannungen bleibt Polen einer der wichtigsten politischen und logistischen Partner der Ukraine im Krieg gegen Russland.

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